Folge 9: Die Niere und Bluthochdruck

Shownotes

In Folge 9 des Podcasts Ganz schön Niere dreht sich alles um ein Thema, das oft lange unbemerkt bleibt, aber massive Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben kann: den Blutdruck, insbesondere im Zusammenspiel mit Niere und Herz. Mathias spricht mit Dr. Daniel Zickler, Chefarzt für Nephrologie und internistische Intensivmedizin am St. Joseph Krankenhaus Berlin, über die unsichtbare Gefahr des Bluthochdrucks. Es wird erklärt, warum eine frühzeitige Blutdruckkontrolle lebensrettend sein kann, welche Laborwerte Patient:innen kennen sollten und welche Rolle Lebensstil, Ernährung, Kalium und sogar der Schlaf spielen. Zudem wird aufgezeigt, wie wichtig die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Nephrologie, Kardiologie und Hausarzt ist und welche Verantwortung Patient:innen selbst tragen. Eine Folge, die nicht nur informiert, sondern auch Mut macht: Bluthochdruck ist gut behandelbar, man muss nur rechtzeitig handeln.

Mehr Informationen: https://www.teamniere.de/

Franziskus-Krankenhaus: https://www.franziskus-berlin.de

Transkript anzeigen

00:00:11: Du hörst ganz schön Niere und es ist gut, dass du eingeschaltet hast.

00:00:14: Und ich sage herzlich willkommen zu dieser Folge!

00:00:16: Heute geht es um eine stille Kraft im Körper die vieles beeinflusst und ja leider oft erst zu spät bemerkt wird – dem Blutdruck.

00:00:24: Wenn er zu hoch ist merken viele lange nicht und wenn er die Niere schädigt ist es manchmal schon zu späht.

00:00:30: Und wenn auch das Herz noch betroffen ist dann wird's vielleicht so richtig komplex.

00:00:34: In der Folge schauen wir genau hin Was passiert wenn Niere & Herz gemeinsam aus dem Takt geraten?

00:00:40: Welche Rolle spielt der Blutdruck eigentlich dabei und was kannst du tun, um nicht in diesen gefährlichen Strudel zu geraten?

00:00:46: Antworten gibt darauf Dr.

00:00:48: Daniel Zickler, Chefarzt für Nephrologie und internistische Intensivmedizin am St.

00:00:52: Joseph Krankenhaus hier in Berlin.

00:00:54: Er bringt nicht nur fundiertes Wissen mit sondern auch langjährige Erfahrungen aus der klinischen Versorgung.

00:00:59: Ich bin Matthias und ich freue mich dass Du mit dabei bist.

00:01:02: lasst uns starten und herzlich willkommen Dr.

00:01:04: Zicklar.

00:01:05: Schön das Sie da sind.

00:01:06: Vielen Dank für die Einladung.

00:01:07: Was macht dann das Thema Blutdruck im Kontext in jeder Krankung aus Ihrer Sicht so zentral und so wichtig?

00:01:12: Ja, der Bluthochdruck ist leider ein ganz, ganz zentrales Thema für die Niere.

00:01:17: Einerseits ist es so dass die Niire sofort Schaden nimmt wenn dort zu viel Druck herrscht.

00:01:24: andererseits ist es so, dass die Niere auch dafür verantwortlich ist den Blutdruck einzustellen.

00:01:28: Und oftmals wenn die Niire nicht genügend Blut bekommt dann wird dagegen reguliert und der Blut druck wird noch höher gestellt sozusagen von der Niere aus.

00:01:38: Das heißt das kann einerseits Ursache für eine Niererkrankung sein aber eben auch Folge von Nierenerkrankungen und die Nierenfunktion wird dadurch immer verschlechtert.

00:01:47: Das heisst ein hoher Blut Druck ist immer schlecht für die Nire.

00:01:50: deswegen ist das ein ganz zentrales Thema.

00:01:53: Das heißt, dann haben Sie immer mit dem Blutdruck auch zu tun und auch immer mit den Kollegen der Kardiologie?

00:01:58: Auf jeden Fall.

00:01:59: Der Blut druck ist für Nephrologen ganz wichtig weil es häufig ein Zeichen dafür ist dass einer Niere das nicht in Ordnung ist Und dass auch die Niere jetzt gerade Schaden nimmt wenn der Blut Druck jetzt gerade zu hoch ist.

00:02:12: Und jetzt mal ein Blick aus der Praxis, also Sie arbeiten im Krankenhaus.

00:02:17: Wann wird denn der Blutdruck zum echten Problem für die Niere?

00:02:19: Also medizinisch wie können sich das ja Betroffene, die jetzt gerade zuhören, sich das vorstellen?

00:02:24: Ja, der Bluttdruck wird zum Problem wenn er zu hoch ist und ... Darüber hat man in den letzten Jahren viel gestritten, wo es jetzt der genaue Cutoff-Wert abfand.

00:02:35: Ist diese Schwelle überschritten?

00:02:36: Abfand ist das wirklich schädlich und ganz einig sind sich die Gelehrten immer noch nicht.

00:02:41: aber man sagt eigentlich hundertdreißig zu achtzig ab da wird's wirklich schädlich Und das klingt ganz schön niedrig.

00:02:47: Aber tatsächlich muss man sich das vorstellen dass in den kleinen Blutgefesen sie durch die Niere gehen halt immer richtig Druck darauf ist gehen die Zellen, die dort in der Gefäßwand sind kaputt.

00:02:58: Die werden geschädigt und dann geht auch die Nierenleistung zurück.

00:03:02: Das kann man sich vielleicht ein bisschen vorstellen wie beim Auto, dass wenn man da immer am ersten Gang durchfährt das ist es auch nicht gut fürs Auto.

00:03:07: Und wie funktioniert's?

00:03:08: Aber dieser Druck, der da in einer Niere herrscht macht dort die zählen- und die nierenkörperchen kaputt.

00:03:15: Es führt dazu, dass eben auch Eiweiß austritt in den Urinen.

00:03:19: Das soll ja eigentlich nicht passieren einfach weil der Filter so unter Druck gerät, dass da eben auch eiweiße mit austreten.

00:03:25: Das ist vor allem ein Zeichen dafür und deswegen ist das wichtig, dass es auch beim Hausarzt bestimmt wird.

00:03:31: Okay der Filter der Niere ist schon zum Teil kaputt gegangen.

00:03:35: Wie würden das Betroffene merken?

00:03:37: Also ist das etwas was sofort auffällt oder ist es eher so einen Stellbegleiter vielleicht auch?

00:03:42: Leider merkt man das quasi nicht.

00:03:44: Einen hohen Blutdruck erst wenn er ganz hoch ist über hundert oder zweihundert dann kriegt man den Kopfschmerzen, Migräne usw.

00:03:52: Leider ist es so, Und das war früher so, als die Leute noch zur Bundeswehr gegangen sind und gemustert wurden.

00:03:59: Dass dann auch mal aufgefallen ist, weil sie einfach mal untersucht wurden.

00:04:04: Viele lassen sich jetzt nicht untersuchen, weil Sie keine Beschwerden haben.

00:04:07: Wir hatten tatsächlich letzte Woche ein Patienten, der war von einem Dreißig.

00:04:10: Dem wurde vor fünf Jahren mal gesagt mit Stablutdrucksvieh zu hoch, musste was machen und so... Und der hat nichts gemacht und da ist jetzt dialysepflichtig, einfach weil der Filter eben über fünf bis zehn Jahre unter Hochdruck war.

00:04:22: Jetzt die Nierenkörperchen kaputt sind und das ist dann leider unwiederbringlich.

00:04:27: Das heißt es ist ein Thema auch wenn man's nicht merkt.

00:04:29: Man darf das nicht auf die leichte Schulter nehmen sondern man kann das behandeln und man sollte das auch

00:04:34: behandeln.

00:04:36: Wie oft treten denn solche Kassenfälle sag ich mal?

00:04:39: Naja, wir sind natürlich eine nephrologische Schwerpunktlinik im Sankt Josef Krankenhaus.

00:04:43: Deswegen kommen wir damit schon häufiger mal in Kontakt.

00:04:46: Das ist aber jetzt ein krasser Fall.

00:04:48: Aber das sieht man dann auch an anderen Organen An den Augen zum Beispiel.

00:04:52: Da sind ja auch Blutgefäße Die kaputt gehen können.

00:04:55: die Patienten können mittelfristig auch erblinden wenn es ganz hart kommt.

00:05:00: Das Herz hat häufig ganz starke Veränderungen weil das Herz immer gegen einen hohen Blutdruck anpummen muss und auch wirklich muskelstärker wird, was zwar gut klingt aber nicht gut ist leider.

00:05:12: Das macht sich an vielen Organen bemerkbar.

00:05:17: Wir haben gerade gesagt genau Sie arbeiten in der Nephrologie also sie sind auch Nefrologe und denken natürlich immer andersherz mit.

00:05:25: wie sieht das denn in der Kardiologie aus?

00:05:26: Es ist auch so dass Kolleginnen und Kollegen auch an die Niere denken.

00:05:31: Also wie kann ich mir auch die Kommunikation zwischen diesen beiden Fachabteilungen vorstellen oder sind sie sowieso ganz ganz eng?

00:05:37: Also gerade bei uns im St.

00:05:39: Joseph Krankenhaus ist die Kooperation sehr, sehr eng und die Assistenzärzte gehören auch zu einem derselben Abteilung.

00:05:43: Das heißt da gibt es einen ganz, ganz engen Austausch.

00:05:45: Wir sind doch in der Frühbesprechung sitzen wir gemeinsam zusammen und diskutieren dort jeden Fall gemeinsam.

00:05:51: Und die Schnittmengen sind so groß wie mit keiner anderen Fachabteilung Denn das Thema Blutdruck ist ganz wichtig aber eben auch das Thema Gefäße.

00:06:00: Wer kaputt den Nierengefäße hat, der hat wahrscheinlich auch kaputte Herz-Kranzgefäse wo sich lohnt auch genauer hinzuschauen.

00:06:09: Deswegen ist es glaube ich sehr, sehr wertvoll da eine gute Kooperation zu haben und die Patienten gemeinsam miteinander zu besprechen.

00:06:16: Das ist glaube ich für den Patienten sehr gut Und für uns Ärzte sowieso.

00:06:21: wir lernen voneinander.

00:06:22: von den Kardäologen Lernen wir viel weil die manche Sachen einfach nochmal anders betrachten.

00:06:26: Für uns steht die Niere natürlich immer im Zentrum und für den Kardiologen das Herz.

00:06:29: das ist auch ganz normal so.

00:06:31: Ja das muss auch so sein.

00:06:33: aber wenn man da Guck miteinander umgeht und von dem anderen lernt, dann ist das ein sehr furchtbares System.

00:06:40: Genau!

00:06:40: Und ja sie beide gehen auch auf den Patienten zu und der muss es ja auch verstehen und mitnehmen weil wenn es um die Ausscheidung geht, das ist natürlich sehr wichtig.

00:06:51: Der Podcast ist dazu da, um nochmal aufzuklären und hinter die Kulissen zu gucken.

00:06:57: Ich würde gerne von Ihnen wissen vielleicht können Sie uns abholen?

00:07:00: Das ist vielleicht auch betroffene... Verstehen, wie zeigt sich denn so ein Kardiorinales-Syndrom in der klinischen Realität?

00:07:07: Ja es ist einfach so dass die Niere und das Herz auch sehr sehr eng im Zusammenhang stehen.

00:07:12: Die Niere stellt den Blutdruck eines Herzes daran auch beteiligt Und wenn das eine Organ nicht mehr funktioniert, dann gerät das andere automatisch unter Druck.

00:07:22: Wenn die Niere zum Beispiel nicht mehr genug Wasser ausscheidet, dann merkt das Herz das sofort, dass es viel mehr Wasser wegpumpen muss – also in dem Blut ist quasi mehr Wasser und dass es einfach mehr Vorlast hat und das ist anstrengend fürs Herz.

00:07:35: Das staut sich dann häufig zurück, manchmal auch in den Niere, dann geredet die Niere wieder mehr unter Druck.

00:07:41: Oftmals ist es auch so, wenn man jetzt einfach nur ein kardiologisches Problem hat, Herzversagen.

00:07:46: Dass dann die Niere nicht mehr genug Blut bekommt und dadurch in der Funktion einschränkt.

00:07:54: Es gibt kaum einen Organ mit dem sie stark kommuniziert wird wie Herz und Niere.

00:08:03: Und das ist manchmal so ausgeprägt, dass wir manchmal mehrere Tage brauchen um zu verstehen okay was war jetzt zuerst das Herzproblem oder das Nierenproblem?

00:08:11: Denn oftmals ist es auch so, dass sie auf die Intensivstation bekommen bei den Patienten da steckt das Herz langsam.

00:08:16: liegt das jetzt daran, dass die Niere ihren Job nicht gemacht hat, dass zu viel Kalium da ist und deswegen steckt der Herz langsam?

00:08:23: Oder ist es ungekehrt?

00:08:24: das Herz hat ein Rhythmus Problem oder einen Muskelpump Problem und deswegen ist die Niere schlecht.

00:08:30: Also da hatten wir heute zum Beispiel ein Patienten in der Frühbesprechung besprochen, da sind wir dann auf den Trichter gekommen.

00:08:36: okay hier war es tatsächlich so dass die Niire mal das erste Problem war.

00:08:41: Das ist aber komplex und da bedarf es einer guten Abstimmung.

00:08:45: Ja was war zuerst das Fuhn oder das Ei?

00:08:47: Genau.

00:08:48: Die Hände oder das Eier?

00:08:49: das ist

00:08:49: natürlich

00:08:50: sehr komplex.

00:08:51: also ich höre daraus Die Niere sehr komplex, Herz sehr komplex.

00:08:56: Also beide sehr eng miteinander verbunden und sie haben auch gesagt die Niere stellt auch den Blutdruck ein.

00:09:01: Wie wichtig ist denn das?

00:09:02: Auch der ersten Mal der Blut druck eingestellt wird weil wir haben ja ganz viele Blut-Druck-Patientinnen in Deutschland.

00:09:09: da denkt man wahrscheinlich nicht immer mit dem zweiten Atemzug an die Niire.

00:09:12: wie wichtig ist ihnen das?

00:09:13: und da höre ich ja wieder eine ganze Verbindung so Kraliologie heraus.

00:09:19: Das ist extrem wichtig und viele Blutdruckmedikamente wirken ja auch an der Niere.

00:09:23: Die Niere stellt fest, okay wie hoch ist der Druck?

00:09:26: Wie viel Blut kommt hier an?

00:09:28: Und wenn das zu wenig ist dann werden bestimmte Hormone freigesetzt die den Blut druck dann einstellen.

00:09:35: dementsprechend ist es sehr sehr wichtig dass man frühzeitig dem Blut Druck senkt denn je länger hoher Blut Druck besteht desto länger trägt man voll Geschäden davon.

00:09:46: und leider ist es so der Bluthochdruck inzwischen die zweithöchste Ursache ist für Patienten, die dialysepflichtig werden, wo die Nierenfunktion also komplett weg ist.

00:09:58: Und das ist deswegen so schade weil es eigentlich eine sehr gut behandelbare Erkrankung ist.

00:10:02: Es gibt viele Medikamente um den Blutdruck einzustellen und das ist wirklich die ganz große Ausnahme dass wir das mit Medikamenten nicht hinbekommen.

00:10:09: Da bedarf es natürlich auch seitens des Patienten einer gewissen Disziplin, dass sie die Medikamente auch wirklich einnimmt Und das hat zu Hause ein Blutdruck-Messgerät auch anwendet, denn beim Arzt einen Blut druck zu messen ergibt wenig Sinn weil da häufig falsch hoch ist.

00:10:26: Das heißt der Patient muss bitten machen und muss vorher vor allem verstanden haben okay das bringt mir was.

00:10:30: wenn ich meinen Blut drock gut einstelle gewinne ich Lebenszeit.

00:10:34: ja das glaube ich kann man relativ sicher sagen Und gerade die Jungen sollten da ganz besonders gut drauf achten.

00:10:40: Aber ich vermute, dass diejenigen den Podcast hier und heute hören natürlich ohnehin diejenigen sind, die was für ihren Körper tun wollen und sich immer an die Vorgaben des Arztes halten.

00:10:52: Aber darauf wollte ich auch hinaus weil es gibt wahrscheinlich viel mehr als nur ein Medikament.

00:10:55: ja so etwas kann Betroffene oder Herr Menschen tun also kann man auch tatsächlich Was Präventivunternehmen?

00:11:02: Gut, klar.

00:11:03: Man weiß was man glaube ich gegen das Hochdruck machen kann also was für Herzgesundheit wichtig ist.

00:11:07: Kann man auch etwas für die Nähe präventive tun?

00:11:09: Ja auf jeden Fall!

00:11:11: Man sollte auf jeden Fall achten, dass man sich auch salzarm ernährt.

00:11:15: Also bei der Ernährung reicht glaube ich auch der gesunde Menschen verstanden.

00:11:18: Man braucht da keine krassen Diäten einzuhalten aber man sollte gerade mit Salz aufpassen.

00:11:23: das treibt den Blutdruck in die Höhe.

00:11:26: Zucker ist ein ganz ganz wichtiges Thema, dass wenn man nicht Diabetiker ist die Niere dann nicht unnötig fordert.

00:11:34: also zuckerlastiger Ernährungen.

00:11:37: Dann auch das Thema Rauchen.

00:11:38: Das ist natürlich auch absolutes Gift für die Niere, fürs Herz und für alle Organe.

00:11:45: Das sind so die Dinge, die man unbedingt vermeiden sollte.

00:11:48: dann kann man natürlich auch Dinge tun.

00:11:51: Man muss jetzt kein Kraftsportler werden aber ein bisschen Ausdauersport ist gut.

00:11:57: dass die Zehntausend Schritte wenn man sie schafft pro Tag ist es gut weil einfach auch den Blutdruck senkt.

00:12:05: Dann das Thema Schlaf.

00:12:08: Schlafhygiene ist auch total wichtig, dass man abends nicht mehr allzu spannende Sachen konsumiert, sondern dann auch ins Bett geht und acht Stunden und mehr schläft.

00:12:18: Das braucht eigentlich jeder Mensch.

00:12:19: Das ist auch gut für den Blutdruck.

00:12:22: Das sind so die entscheidenden Dinge, die man in die Wege leiten kann.

00:12:25: Die man mitgeben kann?

00:12:26: Ja super spannend!

00:12:28: Also wir gehen davon aus, Hörer oder Hörerin haben, die vielleicht auch selbst betroffen sein kann und vielleicht habt ihr ja draußen auch schon mal so Schlagworte gehört.

00:12:38: Vielleicht dir im Podcast?

00:12:39: Oder auch vielleicht in eurem Arztbriefen oder einfach so in der Literatur.

00:12:43: da geht es um Nährendruck, Blutdruck, Herzfrequenz, glummierele Refiltrationsrate.

00:12:48: was sind denn da eigentlich so die Richtwerte?

00:12:50: was müssen Betroffene wissen oder was kommunizieren sie in Patienten genau?

00:12:57: was ist normal?

00:12:58: und das kann man auch beeinflussen?

00:12:59: Genau, also Blutdruck im Hundertdreißig zu Achtzig wäre sozusagen höher darf es nicht sein.

00:13:06: Inzwischen gibt's auch Studien die schlagen Hundertzwanzig zu Siebzig vor.

00:13:08: aber da muss man natürlich auch so ein klein bisschen berücksichtigen.

00:13:11: Wen hab ich davor mir?

00:13:12: Wenn ich dann einen hochbetagten Menschen habe der vielleicht mit so niedrigen Blut druck kaum noch aus dem Bett kommt, dann muss man das vielleicht ein bisschen liberaler sehen.

00:13:22: Aber das ist so der Wert den wir anstreben würden.

00:13:26: Ansonsten die Filterleistung, da muss sich der Patient natürlich nicht allzu sehr miteinander setzen.

00:13:31: Aber neunzig Milliliter pro Minute ist eine normale Nierenfunktion und dann messen wir ja im Labor das Kreatinien.

00:13:38: Das ist der Wert, der uns widerspiegelt wie gut.

00:13:41: die Niere ihren Job macht.

00:13:43: Und dann als letzten Wert gucken wir auch auf die Eiweiß-Ausscheidung im Urin, denn das gibt uns Hinweis darauf ob der Filter in einer Niere funktioniert.

00:13:52: Darauf hat ich ja schon vorhin kurz anstoß genommen.

00:13:56: also dass ist ganz wichtig.

00:13:59: wenn ein Nierenfilter kaputt ist, dann geht Eiweiss verloren und das bedeutet für uns das jetzt wirklich allerhöchste Eisenbahn ist was zu ändern Denn da ist schon Schaden entstanden an eine Niere und den gilt es dann unbedingt aufzuhalten.

00:14:11: Ist das tatsächlich so, dass man Eiweiß im Urin auch tatsächlich sehen kann?

00:14:15: So wie man auch Blut sehen kann.

00:14:16: Nur wenn es ganz viel wird dann fängt der Urin an zu schäumen.

00:14:19: aber also das muss man eigentlich tatsächlich im Labor messen um das wirklich zu genau auszudesten.

00:14:26: und welche Rolle spielt eigentlich Kalium in diesem Zusammenhang?

00:14:29: Das hängt stark davon ab wie die Nierenfunktion ist.

00:14:31: bei Patienten mit guter Nieren Funktion ist Kalium ein ein guter Stoff, also es hilft auch den Blutdruck zu senken.

00:14:38: Das heißt diesen dürfen gerne auch Bananen und Kaliumreiche Substanzen essen wie Obst Gemüse

00:14:44: usw.,

00:14:46: das ist super, das senkt den Bluttdruck.

00:14:48: Wenn die Nierenfunktion dann immer schlechter wird, sind die Patienten irgendwann gefährdet, dass sie einen zu hohen Kaliumwert haben, d.h.

00:14:56: da muss man aufpassen, da muss sich dann auch mit dem Nephologen oder dem Hausarzt abstimmen.

00:15:02: Wie ist denn meine Nierenfunktion?

00:15:03: Darf ich mich noch Kalium-Reich ernähren oder muss ich da hier aufpassen, dann wenn es zu viel wird, dann kriegt man Herz-Rhythmusstörung und das gefährlich.

00:15:10: Eben!

00:15:10: Das klingt sehr komplex.

00:15:11: Und die Patienten sind ja wahrscheinlich nicht... also hundertprozentig nicht ewig bei ihnen auf Stationen oder im Krankenhaus.

00:15:18: Das ist wahrscheinlich auch wichtig was Patienten wissen müssen, wenn sie zu ihren Hausärzten gehen.

00:15:23: Haben Sie da vielleicht auch so Tipps, was die Patientinnen vielleicht auch selbst ansprechen können?

00:15:29: Muss man sich da komplett auf die allgemeinen Medizin verlassen?

00:15:32: Nee, man kann schon fragen.

00:15:33: Bin ich da jetzt besonders gefährdet?

00:15:35: Wie ist denn meine Nierenfunktion?

00:15:37: wie ist der Stand der Dinge.

00:15:39: also das kann man schon auch aktiv erfragen denke ich.

00:15:43: und dann haben wir bei einem Patienten ein Bluthochdruck diagnostiziert.

00:15:47: Und dann geht es jetzt darum, auch den vielleicht einzustellen – Sie haben uns vorhin noch schon gesagt das machen natürlich die Kollegen in der Kardiologie also diese sogenannte antihypertensive Therapie.

00:15:56: wenn dazu wirklich noch dieser ja leichtzeitige Nierenschwäche dazukommt was sind denn so die häufigsten Stolpersteine oder Herausforderung da wirklich jetzt als ich sage mal beide Organsysteme optimal einzustelle?

00:16:08: Weil wir gelernt sind ja ständig in Kommunikation und Ich will nicht sagen, gleichen sich aus aber bedingt sich.

00:16:14: So würde ich es formulieren.

00:16:15: Auf jeden Fall!

00:16:17: Ja das ist tatsächlich manchmal eine sehr große Herausforderung denn oftmals ist es so dass wenn jetzt jemand jahrelang hohen Blutdruck gehabt hat und wir den senken weil das ja wie ich vorhin schon meinte das einzig wahre oder richtige ist.

00:16:28: in der Situation führt das leider dazu dass die Niere dann vielleicht auch mal ein bisschen weniger Blut bekommt als vorher und dadurch die Nierenfunktion nochmal ein kleines bisschen schlechter wird.

00:16:37: erstmal kurzfristig Das kann sich dann langfristig aber wieder geben und es ist trotzdem richtig, erst mal den Blutdruck einzustellen.

00:16:45: Aber das muss dann auch.

00:16:47: gerade wenn das eingeleitet wird, muss dann noch häufig die Nierenfunktion wieder kontrolliert werden, dass sie nicht allzu schlecht wird.

00:16:55: und da muss man auch schauen wie reagiert der Patient auf die verschiedenen Medikamente?

00:17:00: Also da gibt's verschiedene Blutduckmedikamente von denen einige auch erstmal die Nierfunktion minimal schlechter machen.

00:17:06: Das muss dann ein erfahrener Nephrologin entscheiden, ob man die trotzdem weitergeben kann.

00:17:12: Also es ist am Anfang komplex und muss die Nierenfunktion im Blick behalten aber es ist trotzdem richtig den Blutdruck einzustellen.

00:17:20: Und dann haben wahrscheinlich noch einige Patientinnen andere Begleiterkrankungen oder Vorerkrankung.

00:17:27: das ist wahrscheinlich auch richtig Alltag bei ihnen in der Praxis.

00:17:31: Und ja, Sie müssen sich viel abstimmen mit anderen Fachdisziplinen.

00:17:34: Kaliurgie haben wir jetzt schon mehrfach genannt.

00:17:36: Wir haben auch über Hausärzte gesprochen.

00:17:38: Was wünschen sie sich denn von den anderen Kolleginnen und Kollegen vielleicht für eine bessere interdisziplinäre Versorgung?

00:17:45: Also gibt es da was wo Sie sagen das wird noch gebraucht.

00:17:50: Das könnte sich verbessern.

00:17:51: gerade bei den komplexen Patientinnen und Patienten ist glaube ich extrem wichtig dass eine gute Kommunikation und Absprache zwischen den Fachbereichen erfolgt, dass man sozusagen sagt was man sich jetzt gerade gedacht hat.

00:18:04: Was das Konzept ist bei den Patienten?

00:18:06: Warum welche Medikationen noch drin bleiben muss?

00:18:08: Muss sagen es kommen so viele Studien und auch neue Medikamente auf dem Markt und stehen uns zur Verfügung.

00:18:14: Dass es doch ganz schön komplexer wird und da ist es nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, was sich der Arzt, den Patienten vorbehandelt hat, gedacht hat bei der Medikacion.

00:18:23: Das heißt eine Kommunikation extrem wichtig erstmal die Ärzte untereinander, dann aber auch gegenüber den Patienten dass man erklärt okay das ist jetzt erst mal müssen wir unbedingt bei ihnen Blutdruck einstellen.

00:18:35: Als zweites wollen wir vielleicht ein bisschen Wasser ausschwemmen um ihr Herz zu entlasten.

00:18:39: und als drittes da müssen wir in die Blutwände angehen.

00:18:42: All das kann auch die eine oder andere Nebenwirkungen haben, da müssen wir im gemeinsamen Gespräch bleiben.

00:18:47: So sieht dann häufig auch ein typisches Gespräch aus was man den Patienten mit gibt damit auch so ein bisschen vorbereitet ist, was ihnen erwartet in den nächsten Wochen und Monaten?

00:18:55: Was sind die wichtigsten Ziele?

00:18:58: Können Sie mal erzählen, was die drei meistgestellten Fragen von Patienten sind?

00:19:03: bezüglich der Niere

00:19:06: Die haben natürlich alle Sorge, dass sie an einer Dialyse landen.

00:19:09: Also die wollen wissen, wie weit sind Sie entfernt von der Dialyse?

00:19:13: Da können wir die meisten dann erst mal so ein bisschen beruhigen, je nachdem wann sie in Zukunft gekommen sind.

00:19:17: und dann wollen sie auch unbedingt wissen was kann ich tun und was sind die entscheidenden Faktoren dafür das sich verhindern kann an eine Dialyse zu landen?

00:19:26: Und dann wollen die natürlich auch wissen wie kann ich irgendwie Lebensqualität haben und nicht vielleicht auf alles verzichten, was mir Freude macht.

00:19:33: Das sind so die drei wichtigsten Fragen, die kommen.

00:19:37: Ich stelle mir das gerade so vor dass Sie ja selbstverständlich für die Kollegen in Ihrem Krankenhaus der Ansprechpartner Nummer eins sind.

00:19:45: bezüglich Niere haben sie irgendein Nieren Mythos den Sie hier wieder legen können?

00:19:49: also gibt es noch sowas wo Sie sagen Das erzähle ich so oft und man weiß gar nicht wirklich, woher das kommt.

00:19:56: Ja viel Trinken ist natürlich grundsätzlich nicht schlecht für die Niere.

00:20:00: also man sollte Wasser mangeln auf jeden Fall vermeiden.

00:20:03: aber viele Patienten, die wir sehen haben schon zuviel wasser an Bord sag ich mal hat ihnen dass die niere absolut ausgelastet und sobald sie UDM haben also Wassereinlagerung kann man auch davon ausgehen Die Niere hat dann auch genug Wasser Und die müssen da nicht auf Krampf noch drei Liter nachschütten oder so.

00:20:18: das bringt der Niere gar nichts.

00:20:20: Da kann es manchmal sein, dass man Wasser ausschwemmt und das auch der Niere gut tut.

00:20:24: Weil da ist natürlich auch ein Organis was anschwillt.

00:20:27: Da gibt's dann auch Ideen in der Niire.

00:20:29: Das sollte man unbedingt vermeiden!

00:20:30: Also grundsätzlich sind wir natürlich schon ein Fan davon, gerade einen heißen Sommermoder an viel Flüssigkeit zu sichzunehmen.

00:20:37: aber man soll das nicht übertreiben Und auch da würde ich mich immer mit dem Nefologen oder dem Kardiologen abstimmen und fragen Was ist denn die Trinkmenge, die sie mir empfehlen würden?

00:20:49: Müteln, die so rumgeistern und dann klar.

00:20:51: Ich habe auch nichts gegen Tees.

00:20:53: Ob es jetzt irgendwelche Nieren- und Blasen-Tees gibt, die in welchen Durchbruch gebracht hätten?

00:20:56: Könnte ich jetzt nicht sagen!

00:20:58: Ich glaube das ist ein zweiter Mythos der da im Raum steht.

00:21:01: Ja aber ja vielen Dank weil hier erfährt man endlich mal darüber und davon ist natürlich auch super, super spannend.

00:21:10: und die Frage welche Trinkmenge empfehlen Sie mir?

00:21:13: Die Frage klingt zu Banda.

00:21:14: Ich weiß nicht ob Patienten wirklich wissen wie... wichtig diese Frage denn noch ist, wenn es auch angebracht ist.

00:21:22: Ganz zum Schluss würde ich gerne von Ihnen wissen was würden Sie dann einen Menschen sagen der jetzt gerade erfährt ja dass seine Niere unter dem Blutdruck gerade leidet?

00:21:29: Okay also das ist glaube ich das Wichtigste, dass der Patient es ernst nimmt.

00:21:34: Es gibt natürlich Patienten die nehmen es auf die leichte Schulter und manche fallen aus allen Wolken und sind schockiert.

00:21:40: Also ich glaube, da ist ein Mittelweg.

00:21:45: das Beste für den Patienten, dass er weiß okay... Das ist auch irgendwie eine ernste Diagnose die ich ernst nehmen muss.

00:21:50: Wenn ich das nicht angehe dann werde ich Schaden davon tragen und meine Lebenszeit wird sich verkürzen.

00:21:56: Das ist glaube ich das allerwichtigste.

00:21:58: aber gleichzeitig muss man den Patienten natürlich auch Hoffnung geben und sagen es gibt fantastische Medikamente die den Blutdruckgurt einstellen können.

00:22:06: Die verhindern, dass die Blutgefäße leiden über viele Jahre und die verhinderen, dass mal eine Dialyse kommt.

00:22:13: Das heißt da gibt es Hoffnung.

00:22:14: Zusätzlich gibt's viele Dinge, die der Patient selber machen kann.

00:22:18: Also das ist eine Diagnose, die Konsequenzen hat, die auch ein bisschen ernst ist aber man kann was tun und nicht das Ende der Welt.

00:22:27: Mit diesem Satz sage ich ganz herrlichen Dank Herr Dr.

00:22:29: Zickler für Ihre Zeit und für ihre Einblick und für Ihre Expertise.

00:22:32: Sehr gerne!

00:22:33: Vielen Dank für die Einladung.

00:22:35: Ja, wir haben heute gelernt wer die Niere schützen will muss den Blutdruck verstehen und umgekehrt.

00:22:39: Also Prävention Teamwork und Kommunikation sind sehr entscheidend!

00:22:43: Und wenn du keine Folge von ganz schöneren Niere verpassen willst abonnier dem Podcast überall wo es Podcast gibt und danke fürs zuhören bis zum nächsten mal.

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