Folge 10: Bluthochdruck und Niere
Shownotes
Bluthochdruck und Nierenfunktion sind enger miteinander verknüpft, als viele denken. In dieser Folge von Ganz schön Niere – Aha-Momente und klare Antworten sprechen wir mit Prof. Dr. Markus van der Giet, Nephrologe und Hypertensiologe an der Charité Berlin, über die wechselseitige Beziehung zwischen hohem Blutdruck und eingeschränkter Nierenfunktion. Was passiert im Körper, wenn die Niere in „Panik“ gerät? Warum merkt man eine Nierenschwäche oft erst sehr spät? Und wie lassen sich Blutdruck und Nierenwerte im Alltag besser kontrollieren? Neben medizinischem Wissen gibt es praktische Tipps: von richtiger Blutdruckmessung über Salzreduktion bis hin zu mehr Bewegung. Eine Folge, die gehört werden sollte.
Dieser Podcast wird finanziert von AstraZeneca. DE-93037
Mehr Informationen: https://www.teamniere.de/
Charité: https://nephrologie- intensivmedizin.charite.de/metas/person/person/addressdetail/profprofhcdrmedmarkusvander_gie t
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00:00:11: Bevor wir mit dieser Folge starten, möchte ich noch ein paar Worte zum Anlass sagen.
00:00:16: Diese Episode erscheint rund um den Welthyperturnitag am siebzehnten Mai – einen Tag der weltweit auf eine Erkrankung aufmerksam macht die sehr viele Menschen betrifft und oft lange unbemerkt bleibt!
00:00:28: Der Bluthochdruck.
00:00:30: Vielleicht hast du selbst die Diagnose bekommen?
00:00:32: Vielleicht wurde bei einer Routineuntersuchung einmal ein erhöhter Wert gemessen, oder du fragst sich gerade was Bluthochdruck eigentlich für deine Gesundheit bedeutet.
00:00:40: Was viele nicht wissen – Blut-Hochdruck und Nierenfunktion hängen eng zusammen!
00:00:44: Dauerhaft erhöhte Blutdruckwerte können die feinen Filter der Niere schädigen und gleichzeitig kann eine eingeschränkte Nierenfunction dem Blut Hochdruck weiter ansteigen lassen.
00:00:54: Gerade deshalb ist es so wichtig darüber zu sprechen, Zusammenhängen zu verstehen und früh hinzuschauen….
00:01:01: In der folgenden Episode sprechen wir genau darüber, über Bluthochdruck.
00:01:05: Die Rolle der Näherin und darüber was Betroffene wissen sollten!
00:01:08: Viel Spaß!
00:01:30: so gegenseitig beeinflusst.
00:01:33: Viele Menschen wissen gar nicht, dass ein dauerhaft erhöhter Blutdruck die Nieren schädigen kann und umgekehrt.
00:01:39: Also heißt also wenn die Niren nicht mehr gut arbeiten steigt der Blut druck oft an.
00:01:44: warum ist das eigentlich so?
00:01:45: wir möchten heute mit dieser Folge auch herausarbeiten was das für Betroffenen im Alltag bedeutet und worauf kommt es an bei dieser blutdruckskontrolle?
00:01:53: Deswegen freue ich mich sehr, dass wir heute hier in Nascharite zu Gast sein dürfen auf dem Campus Benjamin Franklin und ich spreche heute mit Professor Dr.
00:02:00: Markus von der GIT Facharzt für ihre Medizin und Nephrologie und er ist auch Hypatensiologe hier an Nascharité.
00:02:08: Ich freue mich sehr sie begrüßen zu dürfen.
00:02:10: schön das Sie da sind!
00:02:11: Hallo guten Tag.
00:02:13: Ich würde gerne mal ganz direkt anfangen für unsere Betroffenen oder auch Interessierte, die zuhören.
00:02:19: Wie hängen eigentlich so ein paar schargesprochen Bluthochdruck und Nierenfunktion zusammen?
00:02:23: Das ist eine sehr gute Frage!
00:02:25: Wie hängt eigentlich Blutdruck mit Niere zusammen?
00:02:29: Man muss erst einmal schauen sozusagen wer es eigentlich der, der gerne hohen Blut druck hätte.
00:02:34: Das ist die Niere.
00:02:35: Warum?
00:02:35: Die Niere funktioniert nach dem Kaffeefilterprinzip.
00:02:38: Es gibt die Hinweise Wenn man italienischen Café Barista glaubt, dass es wunderbar wäre wenn man unter hohem Druck Kaffee herstellt.
00:02:47: und genau das selbe macht die Niere auch.
00:02:49: Die sagt sich ich will filtrieren, ich will entgiften und braucht dafür entsprechenden Druck um filtriern zu können.
00:02:55: Und deswegen ist die Niere sehr stark auf Blutdruck angewiesen, damit sie ihrer Funktion der Filtrierung nachkommen kann.
00:03:01: Deswegen hat sie auch alle Mechanismen um sich dem Blut druck vom Körper anfordern zu können.
00:03:05: das heißt es gibt Stresshormone Es gibt genauso auch langfristige Hormone die aktiviert werden können Damit höherer Blut Druck oder überhaupt Blut Druck in der Niere reguliert werden kann.
00:03:16: Also kann man sagen, beides bedingt sich und so eine Nierenschwäche wird durch Bluthochdruck ausgelöst.
00:03:20: Und umgekehrt vielleicht auch Nieren Schwäche führt zu Blut-Hochdruck?
00:03:25: Ja das kann beides passieren.
00:03:26: Grundsätzlich wenn die Niere in Panik gerät, d.h.
00:03:29: ein Schaden hat, durch was auch immer, es kann eine Entzündung sein, das kann aber auch andere Erkrankungen letztendlich sein dann ist es so.
00:03:37: dann versucht sie ihre Filtrationsleistung aufrecht zu halten also wie sie entgiftet und sagt sich, das kann ich ganz einfach lösen.
00:03:43: Ich erhöhe einfach den Blutdruck dann filter' ich wieder besser.
00:03:46: Umgekehrt ist es aber auch so.
00:03:48: die Niere leidet natürlich auch unter diesem hohen Blut druck.
00:03:51: Das heißt der Blut Druck ist zwar wichtig für die Filtrationsleistung Aber ist er zu hoch stört er den Filter?
00:03:57: Das heißt er hat irgendwann ein Problem.
00:03:59: Das heißt beides ist sozusagen immer wieder verknüpft.
00:04:01: Es ist schwer manchmal zu finden was Huhn und Ei in dieser Stelle ist
00:04:06: Verstehe.
00:04:07: Wenn man jetzt Bluthochdruck hat, das kann man ja manchmal merken.
00:04:09: Merkt man auch manchmal am Alltag wenn man einfach so ein bisschen elten Blutdruck hatte und wer ihn vielleicht dauerhaft hat, hat doch ein gutes Körpergefühl.
00:04:16: Merk man eine Nierenschwäche eigentlich auch selbst?
00:04:19: Nein in den Nierenschwächen merkt man leider gar nicht erst sehr weit fortgeschritten.
00:04:23: Wenn wir langsam sich dran gewöhnt, selbst dann merken die Patienten das sehr begrenzt.
00:04:28: Hochdruck ist ja auch etwas, was man leider nur selten merkt in bestimmten Situationen.
00:04:34: Häufig mild erhöhte Blutdruckwerte werden noch gar nicht zur Kenntnis genommen das heißt beides unerkannte Erkrankungen.
00:04:40: Sie haben gerade schon Werte angesprochen.
00:04:42: worauf muss man achten also wenn man jetzt auch vielleicht mit dieser Fragestellung und diese Unsicherheit zum Hausarzt geht oder zum Arzt geht?
00:04:49: welche Werte sind eigentlich wichtig um das mal zu untersuchen und auch im Blick zu behalten?
00:04:55: Also klipp und klar muss man sagen, sobald der Blutdruck sich in der Messung beim Hausarzt oder auch einer Heimblutdruk-Messung wenn man selber misst über hundertvierzig zu neunzig Millimeter Quechselversäule ist.
00:05:07: Der obere und der untere überhundertviertig zu Neunzig In dem Moment spätestens muss man an Bluthochdruck denken.
00:05:12: Wir gehen dann davon aus dass der Patient das hat.
00:05:15: Das muss abgeklärt werden.
00:05:17: Wenn man den Wert etwas drunter hat Etwas über Hundert dreißig Zum Beispiel, dann sollte man zumindest daran denken dass hier die Blutdruck-Steuerung möglicherweise schon ein Problem hat.
00:05:28: Das heißt es macht durchaus Sinn auch hier mal eine Abklärung zu machen ob vielleicht nicht doch heimlich auch schon einen höheren Blut druck vorliegt.
00:05:36: Und gibt es typische Nierenwerte die man messen kann wo man das sehen kann?
00:05:41: oder gibt es vielleicht auch Werte mal ganz naiv gefragt die dieses Wechselspiel zeigen?
00:05:47: Ja, man kann Hinweise darauf finden.
00:05:49: Es gibt eigentlich zwei Werte.
00:05:50: es gibt einmal einen Nierenwert der sogenannte Kreatinienwert wenn er anfängt anzusteigen könnte uns das Hinweis darauf geben dass die Niere ein technisches Problem hat.
00:06:00: sie kann nicht mehr so gut entgiften.
00:06:03: Und das Zweite, es gibt einen sehr guten Hinweis wenn die Niere anfängt Eiweiß zu verlieren und zwar Albumin.
00:06:08: Das sind geringe Mengen dieser Substanz, die ein Hinweis darauf geben dass der Filter eine Schwäche, eine Undichtigkeit hat was dann wieder auch ein Hinweise darauf ist, dass möglicherweise Bluthochdruck-Diniere den Nierenfilter gestört hat.
00:06:22: Kann man dann auch Pascheu sagen Es gibt ja ganz gute Blutdruckmedikamente, dass sie auch bisschen die Dieniere mit einpegeln?
00:06:28: Es gibt fantastische Blutdruckmedikamente, die wir haben.
00:06:31: Zum Glück seit mehreren Jahrzehnten, die fantastisch den Blut druck einstellen können und kontrollieren können.
00:06:37: Und genau das schützt auch besonders die Niere vor sich selbst wenn sie hohen blutdrucks anfördert.
00:06:42: Wir reduzieren im blut druk schützen sich vor sich selber.
00:06:46: Nun kann man ja sagen, gut Hochdruck.
00:06:47: Das weiß man in der Regel ist nicht gesund.
00:06:49: Was kann man eigentlich direkt im Alltag tun?
00:06:51: Was sagen Sie auch Ihren Patienten hier auf den Ihrer Spechtunde?
00:06:54: und es vielleicht auch hilfreich zu wissen, wann messe ich eigentlich mein Blutdruck?
00:06:58: Ist das schon wenn ich von einer großen Gassirunde zurückkomme oder ist das immer tatsächlich wie ich es noch gelernt habe?
00:07:05: Eigentlich am besten noch im Liegen morgens also und immer zur gleichen Zeit.
00:07:10: Ja, mittlerweile ist das sehr klar wie man Blutdruck messen soll.
00:07:13: Es gibt zwei Möglichkeiten.
00:07:14: es gibt einmal die beim Hausarzt oder beim Arzt zum Messendeblutdruckswertung.
00:07:19: Das ist eine standardisierte Blutmessung.
00:07:21: Patient sitzt für fünf Minuten entspannt sollte davor nicht ganz aggressive Dinge gemacht haben, wie intensiv Sport oder geraucht haben.
00:07:29: Oder gerade sozusagen die Treppe hoch gehetzt haben.
00:07:34: Sitzt fünf Minuten danach wird systematisch Blutdruck gemessen am Oberarm im Sitzen dreimal hintereinander und dann wird der Durchschnitt der letzten beiden Blut druckwerte genommen und dann weiß man wo der Blut Druck steht.
00:07:46: Und ein ganz zentrales Element ist die Blutdruck-Selbstmessung zu Hause.
00:07:49: Wir bezeichnen das als Heimblutdruk-Messung, auch dass es mittlerweile sehr gut standardisiert.
00:07:54: Das sollte man nicht mal so zwischendurch zu irgendeiner Gelegenheit machen, sondern empfiehlt den Patienten in der Tag eine siebentägige Messung durchzuführen, die man in den Morgenstunden – d. h. zu Tagesbeginn bzw.
00:08:07: in den Abendstunden zum Tagesende – durchführt.
00:08:10: wie sieht das aus?
00:08:10: Auch hier sollte man sich fünf Minuten in Ruhe hinsetzen Und sollte dann zwei Messungen im Abstand von einer Minute durchführen, auch mit einem automatischen Blutdruck-Messgerät.
00:08:20: Am Oberarm idealerweise und nimmt den Durchschnitt dieser beiden Werte.
00:08:25: Das macht man morgens in abends, sieben Tage lang.
00:08:28: Wenn man alle Werte den Durchsschnitt bildet, sollte der in der Regel unter hundert fünfund dreißig zu fünfen achtzig in der Heimblutdrucksmessung sein.
00:08:36: Dann hat man einen wahrscheinlich normalen Blut druck.
00:08:39: Welche Veränderungen im Alltag helfen ender Tat um ... Bluthochdruck ein bisschen runterzukommen?
00:08:45: Das kann eine Menge sein.
00:08:46: Grundsätzlich muss man eine Sache wissen, Blut-Hochdruck ist ja keine Charakterschwäche.
00:08:50: Ich bin das nicht nur durch meinen Lebensumstände schuld, dass ich einen hohen Blutdruck habe sondern leider ist es eine sehr starke genetische Komponente also eine sehr Starke Vererbung hier hinter.
00:09:00: Also wenn Vater und Mutter hohe Blut druck hat, hat man leider das Problem, dass man möglicherweise auch hohen blutdruk kriegt.
00:09:06: aber prinzipiell sind wir durch unsere lebens Einstellungen beziehungsweise unsere Lebensweise in der Lage, die Ausprägung also wie hoch ein Blutdruck geht oder wie niedrig er ist können wir beeinflussen durch unseren Alltagsleben.
00:09:18: Was gehört dazu?
00:09:20: Da gehört neben dem regelmäßigen Sport natürlich auch die Reduktion vielleicht eines Übergewichtes wenn es besteht und eben auch eine gesunde ausgewogene Ernährung gehört essentiell dazu vor allen Dingen dass man auch den Kochsalzgehalt der leider in Deutschland und auch in vielen europäischen Ländern viel zu hoch ist, eben reduziert.
00:09:39: Dazu gehört dann auch eine Reduktion von Alkohol-Konsum idealerweise auf gar keinen Alkohl.
00:09:46: Das ist manchmal im Alltag vielleicht für den ein oder anderen schwer umsetzbar Und genauso im idealsten Fall ist es auch wenn man raucht dass man mit dem Rauchen aufhört.
00:09:55: Also doch ganz konkrete Tipps, die man ja in der Regel auch schon weiß.
00:09:59: Also das heißt, der Mensch ist natürlich viel mehr als nur zwei Werte, ne?
00:10:02: Die man so im Blut und also beziehungsweise für den Bluthochdruck und für die Niere auch tatsächlich interpretieren kann.
00:10:09: Sind das auch so die Gespräche, die sie führen dass man sich auf wirklich also den ganzen Menschen anguckt wie ist er zu Hause?
00:10:16: Also welche Werte sind auch für einen Menschen realistisch?
00:10:19: Das kann man wahrscheinlich nicht immer vor allgemein an?
00:10:23: Ja, das ist besonders essenziell.
00:10:24: Also wichtig ist immer man muss sehen wie die Lebensumstände des Patienten sind.
00:10:29: Es gibt Patienten, da weiß man... Man kann etwas mit Gewichtsreduktion erreichen.
00:10:33: Man weiß auch, man kann mit Sport was erreichen.
00:10:35: Nicht jeder kann aber Sport machen.
00:10:37: Da muss man was Individuelles finden.
00:10:39: als Beispiel jemand der vielleicht jetzt Schwierigkeiten hat mit seinen Gelenken.
00:10:44: Vielleicht kann er sozusagen durch Schwimmen oder durch Radfahren etwas erreichen.
00:10:47: also man muss es ein bisschen an das Individuum anpassen Auch im Alter sozusagen.
00:10:52: nicht alles kann man mehr machen wenn man vielleicht Achtzig ist durchaus ambitioniert.
00:10:57: Hier kann zum Beispiel so etwas wie Nordic Walking helfen.
00:11:00: Das ist das A und O. Und das Zweite, man muss natürlich auch immer sehen was der Patient wirklich im Alltag für sich erreichen kann.
00:11:06: Grundsätzlich muss man schon sagen, man versucht schon für alle Patienten ein möglichst idealen Blutdruck zu erreichen weil je günstiger man ihn einstellt, desto mehr profitiert er patient davon.
00:11:16: also es ist nicht so dass man sagt ich habe einen Blut druck von hundertsechzig senken auf hundred vierzig ich habe alles getan sondern ideal wäre schon den blutduck vielleicht auf deutlich unter hundert dreißig zu senken.
00:11:27: aber Das würde nicht bei jedem funktionieren, also muss man es individuell ein bisschen zuordnen.
00:11:33: Ist das auch so dass Sie in Ihrer Praxis Unterschiede erkennen zwischen Männern und Frauen?
00:11:37: Auch bei den Werten, bei den Körpern, bei der vielleicht auch persönlichen Einstellung wenn es um die Krankheit geht?
00:11:45: Ja, da gibt es Unterschiede.
00:11:47: Zumindest in der Wahrnehmung.
00:11:49: Wir wissen, dass Männer etwas früher Bluthochdruck entwickeln als Frauen.
00:11:53: Frauen holen dann allerdings deutlich bis zum fünfn- sechzigsten Lebensjahr auf und überholen sogar auch die Männer von der Blutdruckinzidenz also vom Vorkommen des hohen Blutdrocks.
00:12:03: aber prinzipiell ich sage mal die Blut druckwerte selber die stören Männer und Frauen gleich.
00:12:10: Also das ist nicht so.
00:12:12: Frauen sagen können, ich kann mir höhere Werte leisten oder die Männer sagen.
00:12:16: Ich kann mehr andere Werte und schlechtere Werte als Frauen leisten.
00:12:20: Grundsätzlich muss man ganz klar sagen nein letztendlich für jeden ist einen hohen Blutdruck ein Problem.
00:12:26: bei Frauen ist das sogar noch eine besondere Herausforderung an der Stelle.
00:12:29: wir wissen dass sie bei Blut druckwerten die geringer sind wie beim Männern durchaus aber auch schon höhere Risiken haben.
00:12:37: Das heißt, eigentlich brauchten Frauen wahrscheinlich etwas andere Blutdruckzielwerte als das Männerbrauchen für eine ideale Risikoreduktion.
00:12:45: Aber bisher sind die Daten da nicht so dass wir eine klare Aussage tun können.
00:12:50: aber man sieht es, dass man hier ne Anpassung durchführen sollte.
00:12:54: Gibt es auch Situationen in denen ein Blut druck vielleicht nicht so stark gesenkt werden sollte?
00:12:59: oder gibt es also Momente oder Phasen im Leben wo das gar nicht so gut ist?
00:13:05: Grundsätzlich muss man sagen, eigentlich ist Blutdrucksenken immer ideal.
00:13:10: Ein höherer hoher Blutruck ist natürlich unter bestimmten Stresssituationen kann er entstehen, unter Anspannungen oder unter Prüfungssituationen oder vielleicht auch wirklich im Stress im Arbeitsleben.
00:13:22: so was kann passieren wenn der kurzfristig mal erhöht ist?
00:13:26: das ist dann halt so.
00:13:27: aber grundsätzlich ein Blutduck sollte dauerhaft also regelmäßig nicht erhöht sein Denn je höher der Blutdruck auch im Alltag ist, desto höher sind die Risiken später hinaus.
00:13:38: Also eigentlich muss man immer senken?
00:13:41: Eigentlich muss man ja mal senken und sie sind ja der absolute Experte mit jahrelangen Erfahrung.
00:13:47: Was glauben Sie, warum fällt es vielen Patienten so schwer wenn das darum geht vielleicht auch auf die Ernährung zu achten den Salzgehalt ein bisschen anzupassen aber auch regelmäßig Medikamente zu nehmen.
00:13:56: wie erleben Sie das in der Praxis?
00:13:58: Ja, das ist ein Problem der Nachhaltigkeit.
00:14:01: Grundsätzlich als Beispiel wenn man eine Infektion hat und man nimmt einen Antibiotikum weil man es braucht dann sind die Probleme wenn man Glück hat nach zehn Tagen erledigt und alles ist wieder gut.
00:14:12: hier ist es so wenn man Bluthochdruck behandelt dann ist das etwas unfair denn das problem entsteht für man pech halt ja eigentlich erst in zwanzig jahren.
00:14:20: ja das heißt ein Patient der heute vielleicht forty fünf ist und etwas erhöhten Blutdruck hat Der wird wahrscheinlich von dem hohen Blutdruck in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren gar keinen Schaden erleiden, sondern er wird ihn erst in zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren erleiden.
00:14:34: So das heißt man muss den Patienten klar machen und nimmt jetzt eine Tablette damit der irgendwann in zwei Jahrzehnten sich davon vor etwas schützt.
00:14:42: Das ist nicht so.
00:14:43: was Akutes Das ist das eine Problem,
00:14:45: d.h.,
00:14:46: man muss es durchhalten und unter Umständen nimmt man eine Tablette.
00:14:49: der ein oder andere hat Angst vor der Chemie die da drin ist aber das kann man relativ leicht nehmen.
00:14:54: ich frage die Leute immer klar die Medikamente die schon langzeit sicher sind können Nebenwirkungen produzieren.
00:15:00: das ist ein geringes Ausmaß.
00:15:02: das gibt's durchaus mal in einen vielleicht bis fünf Prozent.
00:15:06: Aber was ist denn die Nebenwirkung eines unkontrollierten Hochdrucks?
00:15:09: ja?
00:15:09: Das ist ein Schlachernfall oder Herzinfarkt oder vielleicht sogar auch ne Demenz im höheren Alter.
00:15:14: Wenn ich die Leute frage, wollen sie lieber eine Demenz haben oder den Blutdruck eingestellt.
00:15:17: Es ist interessanterweise, dass sich die meisten eher für die Blutdukeinstellungen entscheiden.
00:15:22: Aber man muss sich dann eben darauf einlassen.
00:15:24: Bei den Lebensstilmaßnahmen ist es was Besonderes.
00:15:27: Das bedeutet schon eine Anpassung des Alltags.
00:15:30: Wir leben ja in einer Routine drin.
00:15:33: Wir haben seit vierzig Jahren immer das selbe gemacht oder seit fünfvierzig Jahren.
00:15:36: Jetzt sollen wir plötzlich Sport machen.
00:15:38: Sollen wir plötzlich die Ernährung ändern?
00:15:40: Was wir vorher vielleicht nicht konnten ... Und das ist eine allgemeine Lebensumstellung.
00:15:45: Das ist ein Aufwand und da muss man die Patienten nur versuchen, so klug wie möglich zu begleiten.
00:15:50: Nicht jeder kann alles umsetzen aber es gibt manchmal Dinge im Alltag die man umsetzten kann.
00:15:55: Wenn die Patienten dann bemerken dass sie einen positiven Effekt davon haben der für ihren Alltag relevant ist.
00:16:00: als Beispiel Sie fangen an sich regelmäßig körperlich zu bewegen und plötzlich merken sie ich komme die Treppe viel besser hoch als früher Oder ich werde viel leichter, sozusagen fühle mich besser.
00:16:11: Im Alltag bin ich
00:16:12: ausgeglichener.".
00:16:13: Dann ist das ein positiver Effekt und den muss man dann immer wieder bei den Patienten verstärken.
00:16:19: Wichtig ist immer, man muss nicht mit dem Patienten schimpfen was früher viel passiert ist.
00:16:22: Man hat immer ausgeschimpft warum haben sie das nicht gemacht oder etwas?
00:16:26: Jeder muss sich selber dafür entscheiden was er leisten kann und auch möchte.
00:16:30: Und das muss man positiv verstärken, weil wenn man es negativ verstärkt dann wird häufig der Kopf in den Sand gesteckt.
00:16:36: Dann kommt man nicht mehr wieder geht nicht mehr zum Arzt, zwanzig Jahre darf der Hochdruck sich austoben und kommt erst mit dem nächsten Schlaganfall.
00:16:43: Das sind klare und direkte Worte aber so ist es wahrscheinlich auch und gibt es noch.
00:16:48: Ihrer Meinung nach die Frage stellt ich sehr gerne diesen Podcast.
00:16:51: irgend ein Mütters, Bluthochdruck oder näheren Müters oder Mütenden die sie vielleicht hier auflösen möchten.
00:16:56: Die Sie vielleicht immer wieder hören und sagen nein das kann ja wohl nicht wahr sein so ist es aber nicht.
00:17:02: Also müten gibt's im Hochdruckbereich wahnsinnig viele wie gefährlich Medikamente sein können Und dass es vieles andere gibt was blutdruck einfach auch löst was wo man gar keine medikamente für braucht.
00:17:14: Grundsätzlich ich glaube der größte mythos ist in der tat dass wir selber Schuld sind dass es ein blut druck entsteht.
00:17:20: Ja, das heißt wir haben immer wieder die Situation gehabt.
00:17:23: Das wäre wie so eine Art Charakterschwäche.
00:17:25: Man wäre nur übergewichtig und man hätte nicht die nötige Disziplin den Blutdruck in den Griff zu kriegen.
00:17:32: Das ist eben nicht so!
00:17:34: Es ist leider in unseren Genen verankert dass wir Blut druck entwickeln bei dem einen etwas höher beim anderen dauert es vielleicht etwas länger.
00:17:41: früher oder später entwickelt fast jeder Mensch irgendein Bluthochdruck.
00:17:44: Warum?
00:17:45: Das ist Ausdruck des Gefäßalterns, der Blutdruck wird über die Gefäße geleitet und aus diesem Altungsmechanismus kommen wir nicht raus.
00:17:56: Keiner den Hochdruck zu behandeln mit allen möglichen Dingen.
00:17:59: Leider stehen uns nur Medikamente zur Verfügung.
00:18:02: Mit guten, allgemeinen Maßnahmen hingegen haben wir die Chance dem Blut druck so gut einzustellen dass man dann eben auch gesund alt werden kann und es ist keine Charakterschwäche.
00:18:13: Das ist schön zu hören.
00:18:14: und ich komme schon zur letzten Frage, Professor van der Giet.
00:18:17: Was möchten Sie eigentlich den Menschen mitgeben die vielleicht gerade vor kurzem erfahren haben?
00:18:20: Mein Blutdruck ist nicht in Ordnung und meine Nierenwerte sind auch sehr auffällig.
00:18:25: was würden sie damit geben?
00:18:26: Wichtig ist immer nicht den Kopf in den Sand stecken und verzweifeln dass jetzt nichts mehr funktionieren könnte.
00:18:34: Sondern man kann heute mit den modernen Therapien extrem effizient arbeiten.
00:18:39: Nicht nur mit Allgemeinmaßnahmen, auch Medikamenten – wir haben wirklich ein fantastisches Portfolio.
00:18:44: Blutdruck einstellen zu können!
00:18:46: Das ist manchmal anstrengend und das ist nicht etwas was man spontan lösen kann.
00:18:50: Man muss manchmal ein bisschen probieren aber häufig sind die Standardwege eigentlich so dass man sehr gut einstellen kann.
00:18:56: Das geht auch zeitnah an der Stelle und wenn man das schafft, den Blutdruck eben gut zu kontrollieren.
00:19:02: Auch wenn man gleichzeitig Nierenkrankheit ist dann kann man sogar verhindern dass in die Nierenkrankheit schlechter wird Also dahin kommt, dass man an das böse Wort Dialyse denkt oder vielleicht zu garnieren Transplantationen die gar notwendig wird.
00:19:16: Das kann man verhindern und das ist heute mit den modernen Medikamenten sehr gut möglich.
00:19:20: Da entwickeln sich auch im Moment beeindruckende neue Optionen wo wir Blutdruck einstellen können.
00:19:26: Das heißt wichtig ist vor allen Dingen nicht in den Kopf in den Sand stecken sondern auf die Hörner nehmen und sagen ich will mich mit dem auseinandersetzen und man braucht keine Angst haben.
00:19:36: das einmal eingestellt, bedeutet dass man macht eine Therapie muss aber nicht mehr darüber nachdenken.
00:19:43: Es gibt finde ich keine besseren Schlussworte als diese.
00:19:45: von daher vielen vielen Dank für ihre Zeit Professor Fanaghi, dass wir hier in Ihre Sprechstrunde kommen konnten hier in der Charité und vielen dank für Ihre Expertise.
00:19:53: Danke schön!
00:19:54: Und wenn du keine weitere Folge verpassen möchtest von ganz schöneren A-Moments und klare Antworten dann abonniere diesen Podcast und dieser podcast kommt jeden Monat heraus.
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