Folge 1: Nieren unter Druck
Shownotes
In dieser ersten Folge von „Ganz schön Niere“ geht es um das große Ganze: chronische Nierenerkrankung und warum sie oft nicht alleine kommt. Die Niere leidet still, während Herz, Blutdruck und Cholesterin längst mitschwingen. Gemeinsam mit Prof. Reibis (Kardiologin) und Prof. Tölle (Nephrologe) sprechen wir über den Dreiklang aus Niere, Stoffwechsel und Herz-Kreislauf-System. Was macht das Zusammenspiel so gefährlich? Warum wird eine Nierenerkrankung oft übersehen? Diese Folge bietet Aha-Momente, Zusammenhänge und klare Antworten.
Dieser Podcast wird finanziert von AstraZeneca. DE-86368
Mehr Informationen: https://www.teamniere.de/
Klinik Bad Belzig: https://www.evb-gesundheit.de/klinikevb/innere-medizin
Kardiologie Potsdam: https://kardiologie-potsdam.de/
Transkript anzeigen
00:00:10: Willkommen zur allerersten Folge von ganz Schöniere.
00:00:14: Aha-Momente und klare Antworten.
00:00:16: Diese tolle Experteninterview-Reihe beginnen wir mit dem verborgenen Zusammenspiel der Niere mit dem Herzen sowie mit dem Stoffwechsel.
00:00:24: Ich freue mich sehr dafür, heute Professor Rone Reibes und Professor Markus Tölle bei uns zu begrüßen.
00:00:29: Professor Reibes ist Kardiologin und Professorin an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Potsdam.
00:00:35: Und Professor Tölle ist Chefarzt der Inneren Medizin an der Ernst von Bergmann Klinik in Bad Belsig.
00:00:41: Herzlich willkommen und schön, dass diesen neuen Podcast mit Ihnen beginnen
00:00:46: dürfen.
00:00:46: Ja, hallo.
00:00:47: Ja, hallo.
00:00:48: Schön, dass Sie da sind.
00:00:49: Also, starten wir mal ganz grundsätzlich.
00:00:51: Was genau ist dann eigentlich eine chronische Niernerkrankung und woran erkennt man Sie genau?
00:00:57: Okay, ja, lieber furcht, vielleicht sollten wir da am Anfang gucken, was ist eigentlich die Nierenfunktion und was hat da eigentlich alles eine Bedeutung?
00:01:07: Unsere Niere ist ein Hochleistungsorgan.
00:01:10: Wenn man sich mal anschaut, dass die Niere pro Minute mehr als einen Liter Blut benötigt, um ihre Leistung letzten Endes zu verbringen, kann man sagen, für jeden Tag fließt dort ein Tausend Fünfhundert bis ein Tausend Achthundert Litern Blut durch.
00:01:23: Und die Niere, die funktioniert ähnlich wie eine Kaffeemaschine.
00:01:27: Die macht das genauso.
00:01:28: Die kocht quasi einen Kaffee und presst aus dem Blut einen sogenannten Primärhahn.
00:01:34: Und das macht die auch ganz doller, nämlich mit ungefähr hundertfünfzig bis hundertachtzig Litern Urin, primär Urin pro Tag.
00:01:41: Wenn wir die alle ausscheiden würden, wären wir flukstot und deswegen muss der Urin noch ein bisschen auch bereitet werden, sodass wir am Ende des Tages eben nur zwei Liter Urin ausscheiden.
00:01:50: Und das ist das, was wir auch auf den Laborzitteln unserer Patientinnen und Patienten sehen.
00:01:56: Und das können auch die Zuhörerinnen und Zuhörer entsprechend dort nachvollziehen.
00:02:00: Denn dieser entsprechende Filtrationsleistung, die wird als glomiruläre Filtrationsrate bezeichnet.
00:02:06: Das ist ein ganz komplizierter Begriff.
00:02:08: Der wird abgekürzt als GFR.
00:02:10: Und weil man den eben auf diesem Laborzittel sehen kann, betone ich das einmal, weil das ein wichtiger Wert ist, um die Nierenleistung selber einschätzen zu können.
00:02:18: Und wie hoch ist dieser Wert normalerweise?
00:02:20: Der ist bei hundert Milliliter pro Minute.
00:02:23: Also hundert Milliliter Urin wird pro Minute über die Niere letzten Endes filtriert.
00:02:30: Und daraus ergibt sich dann diese hohe Menge an Gesamturin pro Tag.
00:02:35: Milliliter pro Minute ist ein ganz schwieriger Begriff als entsprechende Waschleistung.
00:02:39: Deswegen sage ich meinen Patienten immer, streichen sie das bitte durch und schreiben sie ein Prozentzeichen drüber.
00:02:44: Dann wissen sie ungefähr, wie groß oder wie hoch ihre entsprechende Nierenfunktion ist.
00:02:49: Also eine Gfr von sechzig Milliliter pro Minute würde ungefähr sechzig Prozent Nierenleistung entsprechen, aber von beiden Nieren.
00:02:57: Dabei funktioniert die Niere als Espresso-Maschine.
00:03:00: Was wir am Ende haben wollen, ist ein sehr konzentrierter, wohlschmeckender Espresso ohne entsprechende... Bestandteile des Kaffeepulvers oder des Espresso-Pulvers, dafür braucht man den Filter.
00:03:11: Wenn wir uns jetzt angucken, was die Nierenleistung beeinflussen kann und was eine Nierenkrankheit sein kann, sind es eben genau zwei Faktoren.
00:03:19: Das eine ist, dass der Espresso nicht in einer ausreichenden Stärke produziert wird, sondern im Ruhrgebiet, da wo ich herkomme, würde man sagen eine Plurre letzten Endes produziert wird.
00:03:28: Und das andere ist, dass in diesem Kaffee oder im Espresso letzten Endes auch Kaffeepulver letztendlich beinhaltet sein kann.
00:03:36: Und diese beiden Faktoren können auch zusammenkommen.
00:03:40: Die Plöre wird dadurch sozusagen ausgelöst.
00:03:42: dass die Niere nicht mehr so viel von diesem Primärhahn produziert und das Kaffeepulver ist ein Schaden in der Filtermembran der Niere, sodass die Eiweiße, die der Körper hat, da gibt es ja kein Kaffeepulver, letzten Endes vom Blut in den Urin übertreten.
00:03:57: Und das sind die beiden Sachen, die man letzten Endes für die Nierenfunktion bestimmen kann und das sollte man auch tun.
00:04:03: Und je nachdem, welche Kombinationen vorliegt, entweder ein schlecht oder ein schlecht.
00:04:09: gemachter Espresso oder eben auch eine entsprechend hohe Menge an Kaffeepulver, die können zu der entsprechenden Nierenfunktion der Nierenkrankheit gehören.
00:04:18: Und das ist etwas, was man sich in der Realität dann auch angucken muss.
00:04:21: Kann man dann sagen, was sind denn die Ursachen bzw.
00:04:23: was führt denn eigentlich dazu oder am häufigsten dazu, dass so, ja, die Niere dauerhaft Schaden nehmen kann?
00:04:30: Also gibt es Risikofaktoren, die sich so klustern lassen, damit auch nicht nur Betroffene, die zuhören, sondern auch Interessierte wissen, aha, das habe ich vorher gar nicht so gewusst.
00:04:41: Vom Prinzip sind es die gleichen Risikofaktoren, die es schon vor Jahren oder Jahrzehnten gab.
00:04:45: Das ist der Bluthochdruck und die Zuckerkrankheit.
00:04:48: Das sind die beiden wichtigsten Risikofaktoren, die auch immer noch mehr als fünfzig Prozent der nieren Krankheiten letzten Endes bestimmen oder zumindest mitbestimmen.
00:04:56: Und deswegen hat da die Bedeutung auch in den letzten Jahren nicht wirklich abgenommen.
00:05:00: Die Therapie ist besser geworden.
00:05:01: Aber man muss immer aufpassen, dass man diese Faktoren nicht übersieht.
00:05:05: Dann gibt es natürlich weitere Risikofaktoren, auch die klassischen Herz-Kreislauf-Risikofaktoren, Übergewicht, bestimmte Giftstoffe, die man sich von außen zuführt, beispielsweise halt durch den Zigarettenrauch, auch heute noch Kolosserienwerte, die erhöht sind, aber auch sicherlich eine genetische Predisposition, also sprich, was man von den Eltern oder Großeltern mitbekommen hat.
00:05:24: Auch das hat noch einen wichtigen Einfluss.
00:05:27: Den Beispielsweise haben wir in der Niere pro Seite eine Million Kaffeemaschinen, die wir normalerweise auch seit Geburt mit uns... herum tragen und auch das kann durch genetische Faktoren mal mehr oder auch mal weniger sein und deswegen gibt es Menschen, die ein bisschen mehr oder auch ein bisschen weniger häufig Nierenkrank sind als andere.
00:05:47: Ja, wir sprechen ja über diese chronische Niederkrankung.
00:05:50: In der Literatur findet man auch CKD.
00:05:52: Und ich möchte noch mal generell aufklären und das von Ihnen gerne mir erklären lassen oder für uns das erklären lassen.
00:06:00: Es gibt ja verschiedene Stadien von dieser chronischen Niederkrankung.
00:06:03: Was bedeutet das eigentlich jetzt direkt so in Patientensprache?
00:06:06: Und ab wann kann man sagen, wird so richtig kritisch?
00:06:09: Ja, die Medizin ist ja auf dem Weg immer weiter sich zu brykratisieren.
00:06:14: Und wir versuchen einfach durch die Stadien ein.
00:06:16: selber ein Gefühl dafür zu bekommen, wie schwer ausgeprägt eine Erkrankung ist und welche entsprechende Bedeutung das für den einzelnen Patienten oder die einzelne Patientin hat.
00:06:27: Wir definieren die entsprechenden Nierenkrankheit eben an diesen beiden Faktoren der Filtrationsleistung, die wir im Blut messen und gleichzeitig auch noch die entsprechende Ausscheidung von Eiweißnämorin.
00:06:39: Und da gucken wir uns vor allen Dingen einen Haupteiweiß des Körpers an und das ist das Albumin.
00:06:43: Albumin verhält sich ungefähr wie ein Dackel zu einem Hund.
00:06:46: Das heißt also ist sozusagen die hauptsächlich Eiweißfraktion, die wir haben.
00:06:50: Und anhand der entsprechenden Werte kann man eine Nierenfunktion letzten Endes Und dann sieht man ab und zu mal in seinem eigenen Labor oder in den Arztbriefen, dass man das erste steht, eine Nieren-Krankheit-Stadium G-III-A-AII.
00:07:07: Und dahinter verbirgt sich dann eine entsprechende GFR, also eine Filtrationsleistung, die Waschleistung der Niere und eine entsprechende Eifersausschaltung in einer entsprechenden Höhe.
00:07:16: Und warum wir das machen?
00:07:17: Das liegt eigentlich nur daran, um zu schauen, wie hoch ist eigentlich das Herz-Kreislauf-Risiko unserer Patientinnen und Patienten, die solche eine Kombination aus diesen beiden Faktoren haben.
00:07:26: Es gibt sechs Kategorien bei der Waschleistung und drei Kategorien bei der Eifersausscheidung, sprich, achtzehn unterschiedliche Stadien, die man unterscheiden kann.
00:07:35: Jetzt wird es schon sehr kleinteilig.
00:07:38: Aber es hilft wirklich enorm, sozusagen das Herz-Kreislauf-Risiko mit abschätzen zu können, denn es ist beispielsweise so, ist die Waschleistung der Niere unter sechzig Millilitern pro Minute oder sechzig Prozent.
00:07:49: dann hat man das Problem, dass man schon ein erhöhtes Herzkreislaufrisiko hat.
00:07:53: Das Gleiche gibt es allerdings auch, wenn die Eiweißausscheidung geringst schon erhöht ist, nämlich bei über dreißig Milligramm pro Tag.
00:08:00: Das ist gar nicht so viel, aber halt eben schon sehr relevant.
00:08:03: Auch da hat man eine sehr hohe Herzkreislaufrisikokonstellation, selbst wenn die Waschleistung der Niere noch sehr gut ist.
00:08:10: sogar normwärtig.
00:08:11: Und um das auch begreiflich zu machen oder auch griffig zu gestalten, gibt es solche entsprechende Stadieneinteilung, damit dann auch bei den Kolleginnen und Kollegen ein bisschen ein Wahnsignal aufgeht.
00:08:22: Mensch, pass auf, da gibt es einen zusätzlichen Risikofaktor.
00:08:24: Jetzt schraub mal an allen anderen Risikofaktoren, dass das nicht schlechter wird.
00:08:28: Und bedenke bitte, dass das hohe Risiko, das erhöhte Risiko bei den Patienten vorliegt.
00:08:32: Also ein großes Zusammenspiel und wir haben es gerade schon gehört als Risikofaktor.
00:08:37: Diabetes und Bluchhochdruck, Prof.
00:08:39: Reibes, Sie als Radiologin, wie oft haben Sie dann mit einer chronischen Nierenerkrankung zu tun?
00:08:46: Also das ist ja so eng vernetzt.
00:08:48: Wie präsent ist es bei Ihnen in der Praxis?
00:08:50: Na tatsächlich ist es so, wenn wir es wirklich relativ regelmäßig messen, was wir bei uns in der Praxis machen, dann haben wir schon eine hohe Prävalenz.
00:08:58: Das heißt also ein hohes Auftreten von Niereninsuffizienzen.
00:09:02: weil vor allen Dingen Patienten mit einer Herzschwäche haben also zu sechzig Prozent durchschnittlich auch noch eine Niereninsuffizienz.
00:09:10: Und zu uns kommen natürlich auch Patienten, die schon richtig herzkrank sind.
00:09:14: Das ist klar, da ist also ein Zusammenspiel immer zwischen Herz-Kardiovaskulär und der Niere auf jeden Fall.
00:09:21: Wenn wir jetzt sagen, wir gucken uns zum Beispiel die Patienten mit Bluthochdruck an, die also zu uns kommen, zum normalen Screeding einfach ist der Herz krank oder nicht, da ist natürlich das hängt von dem Stadium des Bluthochdrucks ab und das hat was damit zu tun, dass letzten Endes der Bluthochdruck, wenn er also undiszipliniert auf die Nierenkörperchen einwirkt, dass er dort den Blutdruck innerhalb der kleinen Zarten, was du sagst, die Kaffeemaschine so schön, das muss man sich ja so wie ein winzig kleines Kneuel an Kapillaren vorstellen.
00:09:53: Und die natürlich auch nur, weil sie ganz zart sind, eine gewisse Menge an Druck überhaupt tolerieren.
00:09:59: Und sobald der Druck aber ansteigt, dann werden einfach die Kapillaren gestört, gehen dabei kaputt und werden ersetzt durch Bindegewebe.
00:10:08: Und das ist eben diese Fehlfunktion, die dann in der sozusagen Hochdruckniere.
00:10:15: Und häufig ist es ja auch so, dass wir den Diabetes bei uns in der Praxis haben, weil eine ganz hohe Zusammenspiel-Diabetes ist ja faktisch ein Teil einer sogenannten bösartigen Trias aus, oder Dreifach, sozusagen heilige Dreifaltigkeit, aus Zuckererkrankung, Nierenerkrankung, Herz-Kreislauferkrankung.
00:10:38: Und das sehen wir doch gerade auch bei Diabetikern sehr oft.
00:10:42: Wir screenen leider viel zu wenig.
00:10:44: Das ist ein großes Problem.
00:10:46: Das ist auch ein hausärztliches Problem.
00:10:47: Das weiß man.
00:10:49: Die Kardiologen an sich fokussieren sich gern auf die kardiologischen Sachen.
00:10:53: Aber die Niere, obwohl wir vielleicht doch schon in den letzten Jahren sensibler geworden sind, entdecken es doch zu wenig.
00:11:01: Zentrieren unsere Aufmerksamkeit zu wenig darauf.
00:11:04: Ich bin ja ganz froh, dass ich hier ja auch zwei große Fachabteilungen zu sitzen habe, also den großen Bereich Kardiologie und Nephrologie, weil wir sprechen über Nier und wir sprechen über Herz und Stoffwechsel.
00:11:16: Wie arbeiten Sie eigentlich als Fachdisziplin zusammen?
00:11:19: Wie kann ich mir das vorstellen?
00:11:20: Weil wenn die Leidtragenden ja Herz und Niere sein können, das muss ja eigentlich eng ein Herr zusammengehen, Fragezeichen.
00:11:28: Man würde es sich hier sehr wünschen.
00:11:30: Also wir haben, sagen wir mal so, wir haben in Potsdam wirklich ein sehr gutes Netzwerk.
00:11:34: Das hat aber ehrlich gesagt auch keine, sagen wir mal, reglementierenden oder gesundheitspolitisch reglementierten Basis, sondern einfach, weil man sich schätzt und weil man natürlich auch sich so kennt.
00:11:46: Deshalb schwierige Patienten.
00:11:48: Die werden natürlich ausgetauscht interdisziplinär behandelt, weil sie auch häufig interdisziplinär wirkende Medikamente bekommen.
00:11:56: Aber ich spreche hier von diesem großen Teil, der am Anfang der nieren Karriere stehenden.
00:12:03: Und da ist einfach das viel zu wenig.
00:12:06: Da braucht man, ehrlich gesagt, auch noch gar keinen Nephrologen, weil die Nephrologen würden ja von den Anfangsstadien überschüttet werden.
00:12:14: Das ist eher eine Sache zwischen Haus und Facharzt.
00:12:18: Da ist das Zusammenspiel so, dass wir uns freuen, wenn wir die Laborwerte bekommen.
00:12:23: Wenn wir auch ganz doll dahinter sind, dann kontrollieren wir das auch.
00:12:27: Aber das sind dann eben schon solche infrastrukturellen Barrieren.
00:12:30: Der Kardiologe misst nicht gerne irgendwas im Urin, weil er natürlich auch dieses ganze Setting gar nicht bei sich hat, glaubt er nicht zu haben.
00:12:40: Aber das Zusammenspiel ... wäre das interdisziplinäre Zusammenspiel schon ganz gut, wenn es intensiviert werden würde.
00:12:49: Sie haben ganz neu genickt.
00:12:50: Ja, das kann ich nur bestätigen.
00:12:53: Es kommt allerdings, und das ist ein bisschen ausgemacht im deutschen System, eben auf diese Infrastrukturen an, die auf Empathie basieren, die eben auch die Kollegialität sozusagen voraussetzen.
00:13:06: Wenn man etwas weniger bürokratische Lasten hätte, dann könnte man über die Patienten, die es hier geht, nämlich Multimobil, sprich Patienten, die viele Krankheiten haben, denen es wirklich nicht gut geht und die auch einen Ansatz brauchen von verschiedenen Richtungen von Fachärztinnen und Fachärzten.
00:13:21: könnte man auch ein bisschen einfacher sprechen.
00:13:22: Und auch wenn man Computer immer sehr gerne pflegt, pflegt man Patientinnen und Patienten immer noch lieber.
00:13:28: Und so ist das sozusagen manchmal ein bisschen ein Hemmschuh.
00:13:32: Gerade ich komme ja ein bisschen aus dem ländlichen Bereich.
00:13:34: Da ist es natürlich noch ein bisschen schwieriger wegen den entsprechenden Strecken.
00:13:37: Aber das fußt eben genau auf dieser Initiative, die man selber sozusagen bieten halt.
00:13:42: Das ist eben ganz wichtig.
00:13:43: Und ich kann im Moment nur sagen, aus meiner Sicht hat an die letzten drei, vier Jahre schon einen wirklichen Vortritt gemacht.
00:13:49: Die Niere, die ist immer so ein bisschen Beiläufer gewesen.
00:13:52: So ein Organ verstand man nicht immer so gleich.
00:13:55: Man muss auch nachvollziehen, man ist ein sehr ruhiger Arbeiter, beschwert sich wenig.
00:14:01: Nur hinten dran, wenn es ganz, ganz schlimm ist, dann macht er mal auf sich aufmerksam.
00:14:05: der Arbeiter.
00:14:06: Und das ist die entsprechende Sichtbarkeit, ist gewachsen.
00:14:09: Und auch die Zusammenarbeit zwischen den Fachdisziplinen ist deutlich größer geworden.
00:14:14: Das Training, was du gerade angesprochen hast, ist auch viel intensiver geworden, auch gerade im hausärztlichen Bereich.
00:14:19: Da muss man den Kolleginnen und Kollegen wirklich ein ganz großes Kompliment machen, dass sie sich auf dieses Nicht-Experiment, aber auf diesen wirklich wichtigen Aspekt dann auch eingelassen haben und das auch zunehmend jetzt auch in ihre Routine übernehmen.
00:14:31: Und das wird vielen Patientinnen und Patienten helfen.
00:14:33: Schreckendes Nephrologen, aber ein positiver, dass man vielleicht dialysepflichtige Patienten in ihrer Anzahl eben deutlich reduzieren kann, weil man früher anfängt.
00:14:40: Das ist das, was du gerade auch gesagt hast.
00:14:43: früher agieren als sozusagen das Kind aus dem Brunnen holen, besser das Kind gar nicht in den Brunnen fallen lassen.
00:14:49: Und dazu musst du es aber sehen.
00:14:50: Und häufig sieht man es eben nicht an den Nullachtfünfzehn Parametern, die man so in der Regel misst, nämlich Diese Waschleistung, die man berechnen kann, aus einem Nierenwert, die man im Blut bestimmt, das Kreatinien, das ist ein ganz schwieriger Wert.
00:15:01: Nephrologen schätzen das seit Jahren und Jahrzehnten, aber der hat so seine Typen, wenn der Wert im Labor ein Pluszeichen hat oder dick gedruckt ist oder rot markiert ist, also sprich auffällig erhöht ist, dann heißt das bis zum Beweis des Gegenteils, die halbe Nierenfunktion ist verloren gegangen.
00:15:16: Und das ist erst mal per se keine gute Nachricht, dass fünfzig Prozent einer Organfunktion verschütt gegangen sind.
00:15:22: Und so gibt es ab und zu noch heute ja ihre Nierenwerte sind leicht erhöht.
00:15:27: Ja, wie kann denn etwas leicht erhöht sein, wenn fünfzig Prozent Nierenleistung verloren gegangen sind?
00:15:30: Und das sind aber Sachen, die jetzt in den letzten Jahren und ich würde auch fast sagen, Jahrzehnten sich durchaus etwas besser etabliert haben, dass das schon ein Risikofaktor, gerade bei jungen Patientinnen und Patienten, sind, eben das Risiko, auch für einen Fortschreiten der entsprechenden Nierenkrankheit, früh einzuschätzen und dann auch früh zu intervenieren.
00:15:48: Therapeutische Optionen haben wir auch zunehmend im Köcher.
00:15:53: also auch besser gelingt und auch den Patienten die Dialyse unter Umständen dann auch entsprechend erspart.
00:15:58: Und deswegen ja, es kommt eben auf den Dreiklang zwischen, sagen wir, Neffgologen, Cardiologen und vor allen Dingen aber auch hausärztlich arbeitenden Kolleginnen und Kollegen an, damit man dieses komplexe Krankheitsbild in den Griff bekommt.
00:16:09: Umso interessanter ist es wahrscheinlich auch für die Betroffenen, die jetzt zu hören, weil ich denke mir in ihrer Abteilung wird über das Herz gesprochen und über Nere und Sie sprechen über Nere und über das Herz.
00:16:18: Das ist wahrscheinlich auch so ganz interessant.
00:16:21: Und Professor Töller, Sie haben gerade schon gesagt, die Arbeiterinniere beschwert sich zu wenig oder kaum.
00:16:26: Das heißt, das hört sich so an wie eine, ja, wie sage ich jetzt mal, Stummelerkrankung.
00:16:30: Das heißt, man merkt es vielleicht nicht gleich, so wie ein ja, ein augenscheinliches Symptom.
00:16:38: Warum bleibt dann diese CKD, also diese chronische Niereerkrankungen häufig so unentdeckt?
00:16:43: und wie kann man vielleicht auch als Patient, als Patientin sie Entdecken, gibt es da eine Möglichkeit, einen Anzeichen?
00:16:51: Die Nierenkrankheit wird dann zunehmend klinisch, das heißt für den Patienten selber, zunehmend bemerkbar und erlebbar, wenn die Nierenleistung irgendwo so unter forty-fünf Abfeld.
00:17:05: Das ist so nicht ein fester Cut-off, sondern das ist letzten Endes so ungefähr so eine Region.
00:17:11: Dann merkt man irgendwas stimmt nicht.
00:17:14: Ich bin zu müde, vielleicht ein bisschen abgeschlagen.
00:17:16: Alles, was ich vorher nicht so kannte, aber eben kein so richtig spezifisches Phänomen.
00:17:20: Dass man sagen könnte, da tut's weh, da zwickt es oder so.
00:17:23: Sondern es sind mehr so Zeichen, so einer chronischen Vergiftungsreaktion, die einfach sehr subtil laufen und den Patienten gar nicht so auf das Organ quasi hindeuten.
00:17:32: Da gibt es hunderte Ursachen.
00:17:33: In der heutigen Zeit fühlt man sich sowieso recht häufig auch schon abgeschlagen.
00:17:37: Da gibt es mehrere Möglichkeiten.
00:17:38: Aber die Niere ist eben auch eines davon.
00:17:40: Und deswegen muss man so ein bisschen ja auch ... auf die Laborchemie setzen.
00:17:46: Natürlich gibt es auch spezifische Phänomene, die dann so im späteren Stadium auftauchen.
00:17:50: Ganz spät gibt es so Juckreiz oder dann so Wassereinsammlung in den Beinen oder einen Bluthochdruck, der auf einmal schlechter wird.
00:17:57: Übelkeit kann sich einsetzen, Appetitlosigkeit.
00:18:00: Also das sind aber eher sofortgeschrittene Phänomene, die man hat.
00:18:04: Am Anfang muss man in der Tat so ein bisschen auf die gemessenen Werte kommen und wie gesagt neben dem Blutwert, den man bestimmt, sind eben die Urinwerte ganz entscheidend, weil die einer entsprechenden Veränderung der Waschleistung in doch relativ häufiger Anzahl der Fälle vorher vorweggehen.
00:18:19: Das heißt, da sieht man Veränderungen schneller als die abnehmende Nierenfunktion und deswegen ist das quasi, sind das zwei Seiten der gleichen Medaille, wenn man sich die Nierenfunktion anguckt, sowohl Blut als auch Urin gehören kontrolliert und das am besten dann auch richtig ausgemessen, damit man auch weiß, wieviel Milligramm vom Albumin im Urin vorhanden sind und am besten nicht mit einem Teststreifen, der ist schon ganz gut für den Anfang, aber darüber sieht man manchmal was.
00:18:45: und deswegen, das kann man heute ein Stückchen besser und ist lange Zeit nicht.
00:18:49: Flächendecken gemacht worden.
00:18:50: Auch heute ist da noch wahnsinnig Luft nach oben, aber auch das wird besser.
00:18:54: Das heißt, dieser Risikofaktor, sowohl für die Herzkreislauferkrankung oder das Risiko, als auch für den vortreiten Nierenfunktionsverlust, der wird auch heute deutlich häufiger gemacht.
00:19:06: Und für uns ist es eben so, dass die Leute, die mit einer Verdacht auf Herzschwäche kommen, wir haben dann ganz viele nicht.
00:19:12: Wir haben dann wirklich, wenn wir dokumentieren, es ist eine Herzschwäche, dann fokussieren wir uns auch auf die dominierende Symptomatik der Herzschwäche.
00:19:22: Und auch bei der Herzschwäche hat man natürlich auch dicke Beine.
00:19:25: Das heißt also Wasser in den Beinen.
00:19:27: Und natürlich ist man auch schwach und konzentrationslos und antriebsgehemmt und so weiter.
00:19:32: So dass man dann, wenn man nicht ganz speziell guckt, sagt, dann subsumiert.
00:19:36: man alles unter dem Begriff Herzschwäche und ist so.
00:19:39: Aber man erweitert nicht die Diagnostik zu sagen, okay, wir haben jetzt wirklich das sogenannte Kardiorenalesyndrom.
00:19:45: Das heißt also, die Niere wird schlecht, weil das Herz schlecht ist.
00:19:50: Und die beiden sind ja, ich sage es mal, es ist so ein bisschen wie ein Ehepaar, was sich gut versteht, ein gut funktionierendes Ehepaar, geht es dem einen schlecht, geht es dem anderen ausschlecht.
00:20:02: Und der eine besser, wird auch der andere besser.
00:20:05: Also das müssen wir auch wirklich im Kopf behalten, auch alle Patienten, die eine Herzschwäche haben.
00:20:10: Da gibt es ja unterschiedliche Formen der Herzschwäche, die eben aber doch mit, wie gesagt, einen hohen Anteil auch eine Niereninsuffizienz dabei haben.
00:20:19: Also es schadet sicherlich auch nichts.
00:20:21: Ein denkender Patient, der eben auch mal seinen Hausarzt sagt, ja, ich habe eine Herzschwäche, ist denn meine Nierenfunktion noch gut?
00:20:27: und nicht nur gut, was du völlig korrekt sagst, sondern ... Wie wir unsere Cholesterinwerte kennen oder die Patienten kennen, genau ihre Blutdruckwerte, dreimal am Tag, dass man da sagt, vielleicht weiß ich auch genau meine Filtrationsrate oder ich weiß meine Eiweißausscheidung.
00:20:45: Eventuell auch, dass man selber auch dieses Empowerment hat, zu sagen, ich kenne sie von zwanzig, vierundzwanzig.
00:20:52: Ich möchte zwanzig, fünfundzwanzig sehen, werde ich schlechter mit der Nierenfunktion.
00:20:57: Deshalb muss man kein Arzt sein.
00:20:58: Aber wie eben der Blutdruck oder ... der Langzeitzucker vielen Leuten geläufig ist, ist aber die Nierenfunktion doch immer noch stiefmütterlich
00:21:07: behandelt.
00:21:07: Da sprichst du, glaube ich, extrem wichtigen Punkt an, nämlich die Verlaufskontrolle.
00:21:13: Und zwar für sich selber.
00:21:14: Wir gucken ja, dass der Medizin eigentlich untypisch an einem Zeitpunkt irgendwann mal auf irgendeinen Wert und sagen, na ja, ist der gut oder ist der schlecht.
00:21:22: Und bei einer chronischen Krankheit muss man eben genauso wie bei der Herzschwäche, bei der Nierenschwäche eben auch über Jahre denken.
00:21:27: Und damit man ungefähr mal ein Gefühl hat, Wie schnell geht es denn bei mir bergab?
00:21:32: Muss man sich sozusagen in der Tat mal so einen Zeitraum von drei, fünf oder auch von mir aus zehn Jahren nehmen und mal zu gucken, wohin geht in meiner Reise mit meiner Garnier- und Waschleistung?
00:21:40: Und so schön das ja auf dem Laborzettel ist, dass man da stehen hat.
00:21:43: Milliliter pro Minute, pro eins, drei Quadratmeter.
00:21:46: Wie gesagt, ganz fürchterlicher Einheit.
00:21:49: Um so wichtiger wäre es eigentlich zu fragen, wie viel Milliliter habe ich eigentlich in den letzten Jahren verloren?
00:21:54: Oder wie viele Milliliter habe ich eigentlich pro Jahr im Durchschnitt verloren?
00:21:58: Und dazu muss man natürlich ein bisschen so wissen, wie ist dann eigentlich so der Normalwert, damit man sich überhaupt nach irgendwas richten kann.
00:22:03: Und so steht jetzt nicht im Buche oder ist nicht in den Stein gemeißelt.
00:22:06: Aber man kann sich ungefähr merken, so ab dem vierzigsten Lebensjahr.
00:22:09: verliert man etwa einen halben bis einen Milliliter pro Jahr.
00:22:12: Das ist so die alterskonforme Nieren- und Funktionsverlustigkeit, die wir sozusagen erleiden.
00:22:17: Und wenn wir auf einmal vier Milliliter haben, dann haben wir mindestens einen vierfach erhöhten Nieren- und Funktionsverlust pro Jahr.
00:22:23: Und das ist hochrelevant.
00:22:25: Man muss sich ja nur überlegen, dass die meisten Patienten ja dann auffällig werden, wenn die Nierenleistung ja schon über unter fünfzig Prozent letzten Endes ist.
00:22:31: Und dann hat man meistens nur so etwa wie vierzig, vierzig Prozent, die man bewahren kann.
00:22:35: Wenn man vier Prozent verliert, das ist jetzt nur eine reine Milchmittelrechnung.
00:22:39: zum verdeutlichen, dann wird man nach zehn Jahren schon in einem Bereich sein, wo man mit ihr Lüse rechnen könnte.
00:22:44: Und deswegen ist das ganz wichtig, das früh zu sehen, auch früh zu selber zu bemerken und dann natürlich alle Maßnahmen sozusagen zu initiieren, um diesen ihren Funktionsverlust so gut wie möglich auf dem Altersniveau wieder runterzukommen.
00:22:58: Umso wichtiger, dass wir darüber sprechen.
00:23:00: Super, finde ich richtig gut, dass Sie diese Bilder nutzen, wie dieses gut funktionierende Ehepaar, weil ich denke, das macht es noch mal richtig deutlich.
00:23:09: Aber mal auf dem Punkt, wer ist dann eigentlich besonders gefährdet?
00:23:12: Also wer müsste sich angesprochen fühlen, der vielleicht noch nicht diese Diagnose hat?
00:23:16: Es hört sich so an, als ob das ja für viele relevant sein könnte.
00:23:21: Na, ich glaube ... Ich glaube, der Hausarzt muss schon einfach mal sensibel sein, wenn ein Patient reinkommt.
00:23:30: der adipös ist.
00:23:31: Und die Adipositas ist ja faktisch für sehr, sehr viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch andere Erkrankungen.
00:23:38: Der absolute Treiber, das hat was damit zu tun, dass die Adipositas letzten Endes häufig in einem Diabetes mündet.
00:23:46: Und der Diabetes, das ist so, das muss man sich, das wissen wir ja alle, ist ein erhöhter Blutzuckerwert.
00:23:52: der im Blut halt, wir haben einfach vermehrt, auch wirklich Glucosemoleküle drin.
00:23:58: Und diese Glucosemoleküle verbinden sich mit... den Proteinen von den Zellen innerhalb der ganz winzig kleinen Membran.
00:24:07: Und das ist eben, was wir auch von den Nieren kennen, was wir von dem Auge kennen, was wir vom Herzen kennen, was wir von den Periferien nerven kennen.
00:24:15: Das sind also, dass dort diese winzig kleinen Membran mikroskulär, das ist so fachchinesisch, also kleine Gefäßchen, werden durch den Diabetes zerstört und werden dann, wie gesagt, nicht nur umgewandelt in Narbengewebe, Sondern es ist eine chronisch laufende Entzündung.
00:24:33: Das ist ein ganz wichtiger Punkt.
00:24:35: Und der heißt auch widerfach chinesisch Metaflamation.
00:24:39: Das heißt Metabolismus, Stoffwechsel.
00:24:43: und Entzündung.
00:24:45: Das heißt, wir können jetzt, wir sind davon weggekommen zu sagen, okay, das ist rein mechanistisch.
00:24:51: Da ist das Gefäß durch einen Plack verengt und da kommt wenig an und wir haben einen Sauerstoffmangel.
00:24:57: Das wäre zu einfach gedacht.
00:24:58: Das heißt, also alle unsere Systeme basieren auf chronischen Entzündungen, die dort innerhalb des Das Muske-Gewebes oder das Leber-Gewebes oder das Nerven-Gewebes ist.
00:25:08: Deshalb, also alle letzten Endes übergewichtigen Patienten, alle Patienten, die einen manifesten Diabetes haben, die zum Beispiel einen manifesten Bluthochdruck haben, die eine Familienanamnese haben von Nierenerkrankungen, die zum Beispiel ... eine rheumatische Erkrankung haben.
00:25:25: Viele rheumatische Erkrankungen im weiteren Formenkreis münden manchmal in einer Nierenerkrankung.
00:25:32: Aber auch rheumatische Patienten nehmen häufig Schmerzblocker ein.
00:25:36: Und die sind hochtoxisch für die Nieren.
00:25:39: Da muss man eben genau darauf achten.
00:25:40: Oder wenn man zum Beispiel schon mal irgendwann was an den Nieren hatte und die Nieren haben sich eventuell erholt.
00:25:47: Das sind also alles Patienten und natürlich von uns.
00:25:50: Alle Patienten, die eine Herzkreislauferkrankung haben, egal welcher, gehören auf jeden Fall streng gemonitort.
00:25:58: Und zwar mindestens einmal im Jahr.
00:26:00: Und das komplette Programm, was du gesagt hast, nicht nur einfach, ja, wir nehmen mal ein bisschen Blut ab, sondern wir quantifizieren im Urin wirklich, wie viel Eiweiß rauskommt.
00:26:09: Ja, Sie haben gerade zustimmt immer genickt und Sie erkennen Ihre Patientengruppe wieder.
00:26:13: Auf
00:26:14: jeden Fall.
00:26:15: Das ist ein tägliches Aufgabenprogramm.
00:26:19: Ein Risikofaktor für die Nierenalkome ist der Bluthochdruck.
00:26:24: Das ist ja auch eine Krankheit, muss man sagen.
00:26:28: Die eine chronische Krankheit ist in der Regel.
00:26:30: Du hast natürlich, wie du es schon gesagt hast, Leute mit Adipositas, einem Übergewicht.
00:26:36: die möglicherweise auch da was gegen tun können aus eigenen entsprechenden Geschichten.
00:26:41: Aber bei solchen Risikofaktoren wollte ich noch mal darauf hinweisen, dass er etwas chronisch ist.
00:26:45: Heißt also, man muss das wirklich langfristig vorm Auge haben, dem Patienten auch gut erklären.
00:26:51: Weil gerade der Hochdruck ist ein Paradebeispiel, was die Therapie treuere angeht.
00:26:56: Das ist gar nicht böse gemeint.
00:26:58: Patienten mit hohem Blutdruck, die fühlen sich in der Regel ganz wohl.
00:27:01: Den geht es eigentlich gut.
00:27:02: Die haben vielleicht mal ein bisschen roten Kopf.
00:27:04: Viele haben auch in der Tat.
00:27:05: gar keine Beschwerden dabei.
00:27:06: Und wenn man dann ankommt und denen sagt das mal auf, dass mit dem Blutdruck ist keine gute Idee, die müssen wir senken, dann fangen die Nebenwirkungen an.
00:27:14: Das heißt also, wenn man den Druck aus dem System rausnimmt, dann merkt man das, wo man sich ja eigentlich früher wohlgefühlt hat.
00:27:19: Und deswegen sage ich mal, Patientinnen und Patienten, am Anfang immer, Mensch, das ist gut, dass mich kennengelernt haben, aber jetzt geht es ihnen schlechter.
00:27:24: Und das will ja eigentlich keiner hören, wenn man zur Ärztin oder zum Arzt geht.
00:27:28: Aber das ist wichtig in der Aufklärung, weil das sind chronische Effekte, die man eben auch über Jahre und Jahrzehnte auf seinem Deckel quasi in der Knall beschreibt.
00:27:36: Irgendwann kommt der entsprechende Kellner und möchte dann die Rechnung beglichen haben.
00:27:40: Und da sollte man, wenn der kommt, so wenig wie möglich draufstehen haben.
00:27:42: Das heißt, man muss wirklich streng drauf achten, gerade bei jüngeren Patientinnen und Patienten.
00:27:46: Das ist ein Lebenszeitrisiko, was akkumuliert, was sich ansammelt.
00:27:50: Und das gilt nicht nur für den Hochdruck.
00:27:52: Das sind alle Faktoren, die du gerade auch aufgezählt hast.
00:27:55: Das ist, da muss man früh intervenieren, damit diese Gefäßschäden, von denen du gerade so schön gesprochen hast, sozusagen so gering wie möglich ausfallen.
00:28:01: Und dann eben auch die Nachfolge.
00:28:03: Veränderungen für die Nierenfunktion so gering wie möglich sind.
00:28:06: Das klingt superkomplex und ist es tatsächlich aus.
00:28:08: Wie sieht dann eigentlich, ja in Ihrer Meinung nach, eine gute integrierte Behandlung aus, also wenn Herz und Niere gleichzeitig betroffen sind.
00:28:17: Also was kann man machen, wie kann man therapieren?
00:28:23: Ich glaube, man muss erst mal wissen, wann wir den Nefrologen, und das hatten wir ja vorhin gesagt, wann bedarf es wirklich dem Nefrologen, weil der Nefrologer hat wirklich genug zu tun mit den schweren Nierenerkrankten.
00:28:36: Ich glaube, diese integrierte Versorgung braucht man wirklich nur für fortgeschritten Nierenerkrankte.
00:28:42: Ich glaube, die integrierte Versorgung am Anfang ist Kardiologe und Hausarzt.
00:28:46: Und erst später kommt dann Hausarzt und Nefrologer.
00:28:50: Und eventuell, wenn wir also wirklich auch eine Manifeste Herz-Kreislauf-Erkrankung haben, dann müssen wir natürlich auch miteinander.
00:28:57: Eine integrierte Versorgung ist natürlich auch eine Aufklärung, wo insgesamt man an einem Strang zieht.
00:29:03: Und natürlich haben wir auch eine wunderbare integrierte Versorgung, indem wir jetzt diese ganzen Medikamentengruppen haben, wo wir hier am Tisch, wir beide am Tisch sagen, ja Gott sei Dank, wo es früher also nur, sagen wir mal, diese eine Substanzgruppe, da kommen wir vielleicht noch drauf zu sprechen, der Rasblockade.
00:29:22: Gibt es jetzt eben wunderbare Medikationen, die jetzt auch zugelassen ist, für mehrere Indikationen, die also auch aus cardiovascular, renal und metabolischen Ursachen gegeben werden können und wo man jetzt auch wirklich miteinander sagen kann, wer verschreibt jetzt was?
00:29:39: Wir dürfen es alle zum Gleichen... aus gleicher Indikation auch wirklich verschreiben.
00:29:46: Das ist also diese integrierte Versorgung im weitesten Sinne.
00:29:50: Kommunikation, Interdisziplinarität, Patienten auch individuell besprechen.
00:29:55: Und möglichst barrierefrei auch auf kurzem Dienstweg komplizierte Patienten vorstellen.
00:30:00: Plus schöne Medikation.
00:30:02: Und Sie übernehmen dann, Professor Teller?
00:30:04: Was ich momentan in meinem Bereich anbiete, ist, wenn irgendwelche Auffälligkeiten auch im frühen Stadium sind, dass man sich das nephrologisch einmal anschaut, guckt ob da irgendetwas ist, was sozusagen auch im frühen Stadium schon auffällt, wenn da alles in Ordnung ist, dann geht die Versorgung dann im hausärztlichen Bereich weiter.
00:30:19: Weil wie gesagt, ich merke zunehmend, dass da die... die Aufmerksamkeit und auch, dass die Kenntnis dieser Versorgung von jenen kranken Patientinnen und Patienten doch kontinuierlich zunimmt.
00:30:30: Und ich sage dann immer, wenn da irgendwelche gravierenden Veränderungen besteht, bitte noch mal schicken.
00:30:34: Wie gesagt, da ist die Ressourcenfrage immer ganz weit vorne.
00:30:37: Deswegen muss man auch interdisziplinär zusammenarbeiten.
00:30:41: Aber vom Prinzip ist und bleibt sozusagen die hausärztliche Versorgung da wirklich der der wichtigste Pfeiler in der Versorgung der Patientinnen und Patienten.
00:30:52: Ja, Sie haben gerade schon gesagt, Diabetes und Bluthochdruck, die Patienten kennen meistens ihre Werte und sie müssen sie ja auch kennen.
00:30:59: und ja, das sieht bei der Nähe ein bisschen anders aus, aber weil sie so eng zusammenspielen, also Niere und Herz und der Stoffwechsel allgemein, haben dann so Faktoren wie Lebensstil, also Ernährung, Bewegung, Stress tatsächlich ein... Einfluss, also lässt sich da überhaupt was vorbeugen, Sie sagen ganz laut, ja?
00:31:17: Ja,
00:31:18: also jetzt will ich ein bisschen provokativ sagen, in Deutschland hat man das Gefühl für jede Krankheit gibt es ein Tablette und irgendeine Form der entsprechenden pharmakologischen Therapie, aber wenn man, das hattest du gerade sehr schön gesagt, Rona, die Situation jetzt nur am Beispiel eines einer Übergewichtigkeit einmal herleitet und die damit verbundene Entzündungsreaktionen des Körpers, dann ist es relativ eindeutig, auch wenn es schwer zu erzielen ist, aber dafür gibt es Medikamente seit Neuestem, dass wenn man Gewichtsreduktion erreicht, dann eben auch an der Ursache arbeitet, der Entzündung und damit hat man natürlich eine ganze Menge entsprechender Probleme auch gelöst.
00:31:51: Ich kann vielleicht von einer Patientin berichten.
00:31:54: Die mir so nachhaltig in Erinnerung geblieben ist, das war eine thirty-jährige Dame, deutliches Übergewicht, schwerer Hochdruck, schwere Zuckerkrankheit, drei Tabletten gegen den Zucker, fünf Tabletten gegen den Hochdruck.
00:32:05: Dann habe ich sie acht Monate nicht gesehen, kam nicht zu den Terminen, aber dann kam sie wieder und da war es sechsundzwanzig Kilo leichter.
00:32:11: Das hatte sie wirklich mit, ja, immenser Überwindung sozusagen dann hin oder mit viel Enthusiasmus, muss man es eher sagen, hingekriegt.
00:32:19: Und übrig geblieben sind von den acht Tabletten genau eine.
00:32:22: Das war eine Tablette gegen den Hochdruck, weil die Gefäße noch nicht so schwer angegriffen waren, wie man es hätte zehn oder fünfzehn Jahre später haben können.
00:32:29: Und ja, das ist einfach das, was wir ja immer unseren Patienten, bevor wir fragen, wie heißen sie eigentlich sagen sollen, hören sie auf mit dem Rauchen, hören sie auf mit dem Saufen, nehmen sie Gewicht ab und machen sie Sport.
00:32:38: Das ist natürlich ein bisschen jetzt übertrieben dargestellt.
00:32:40: Aber vom Prinzip sind da schon die wichtigsten Faktoren, die man haben kann, die jeder auch selbst in der Hand hat.
00:32:45: Und deswegen sollte man das auch wirklich unterstützen.
00:32:47: Das darf man nicht gering reden.
00:32:48: Also doch Bewegung, also doch Stress, also kein Stress und Ernährung.
00:32:55: Also Stress ist natürlich, wir leben ja alle in einer stressigen Welt.
00:32:58: Und ein gewisser Menge an Stress brauchen wir auch euch Stress.
00:33:01: Kennt man ja auch den Begriff, der ist ja auch gut.
00:33:03: Nur wenn es sozusagen, wenn man merkt, dass durch den Stress letzten Endes das vegetative System gestört ist, also man hat vermehrtheitsrhythmische Störungen und der Blutdruck schwankt hin und her.
00:33:14: Oder man bekommt hormonelle Störungen und so weiter.
00:33:17: Das ist dann sozusagen ungesunder Stress.
00:33:20: Und auch für die Adipositas will ich noch mal sagen, Es gibt ja auch wenige, aber man sagt so zehn bis zwanzig Prozent.
00:33:27: Diese gesunden Elefanten klingt ein bisschen böse, klingt auch ein bisschen plakativ.
00:33:31: Es geht sozusagen um die krankhafte Adipositas, wo also der Zuckerstoffwechsel wirklich gestört ist und auch der Fettstoffweg, die Fettstoffwechselstörung wirklich ein klassisches Profil hat.
00:33:44: Wenn jetzt zum Beispiel jemand, der etwas Kompakter beieinander ist, ich sag mal, ist die Kompaktversion.
00:33:49: Also ist nicht sozusagen diese langen, dünnen, sondern eher die Kompakten, die vielleicht formal vom Bodymassindex vielleicht etwas zu schwer sind, haben aber gute Muskelstatus, sind trainiert, machen jeden Tag irgendwas.
00:34:03: Durch diese Bewegung alleine sind sie, blockieren sie faktisch die Entzündungsreaktionen.
00:34:09: Damit wird ein Zustand des Körpers geschaffen, wo der Körper, obwohl er formal vielleicht etwas übergibt.
00:34:15: wichtig ist, trotzdem gesund ist.
00:34:18: Und das muss man auch ein bisschen differenzieren.
00:34:20: Häufig ist es natürlich so, wir haben die Übergewichtigen, die keinen Sport machen.
00:34:25: Aber wenn ich jetzt wirklich bei uns Land Brandenburg, wir sind ja Land Brandenburg, und da haben wir doch ... einige Patienten, die erstaunlich fit sind, obwohl sie formal zu schwer sind.
00:34:38: Und formal auch, wir gehen jetzt weniger nach dem Gewicht.
00:34:41: Wir gehen ja auch häufig nach dem Teilchenumfang und Teilchen zu Höhe.
00:34:45: Und so gibt es ja unterschiedliche Messmethoden.
00:34:49: Aber wenn jemand wirklich ... Aktiv ist und das heißt nicht nur Gartenarbeit, sondern das heißt wirklich wir sagen immer sechs bis achttausend Schritte.
00:34:56: Damit kann man, man sagt durch einen allgemein gesunden Lebensthe, kann man ja ungefähr sechzig Prozent aller internistischen Erkrankungen wegnehmen.
00:35:04: Auch gesunde Ernährung.
00:35:06: Wir wissen es, wollen wir jetzt nur nicht bis sonstwo hingehen, aber auch gesunde Ernährung reduziert das Risiko für Atherosklerose, für entzündliche Organveränderung.
00:35:19: Natürlich dann auch für Diab- und für Nierenerkrankungen.
00:35:23: Und da muss man nicht ganz vegan frei, sondern man muss einfach eine normale mediterrane
00:35:29: Küche machen.
00:35:31: Nee, das finde ich gut, dass man nämlich in der Tat nicht in einem einzigen Parameter das festmachen kann.
00:35:35: Deswegen kann das hier auch nicht nur in eine Richtung gehen, sondern es ist wirklich ein komplexes Feld.
00:35:39: Und wie gesagt, das Herausarbeiten des Risikofaktors, der wirklich von Bedeutung ist, der ist ein ganz wesentlicher Aspekt, dann hinten dran das gesamte Risiko auch zu reduzieren.
00:35:48: Genau.
00:35:49: Da möchte ich noch zum Schluss von Ihnen wissen, wenn man so auf das Gesundheitssystem blickt.
00:35:54: Wir blicken jetzt mal zur Dritte drauf.
00:35:56: Was müsste sich dann eigentlich ändern, damit die Menschen mit diesen mehreren Risikofaktoren eigentlich besser betreut werden können?
00:36:02: Es darf auch ein Blick in die Glaskugel sein, ein Zukunftsblick.
00:36:07: Ich glaube, es sind zwei Sachen.
00:36:09: Also auf der einen Seite muss der Patient mehr Informationen bekommen.
00:36:14: Überhaupt dieses Zusammenhang zwischen Bluthochdruck, Diabetes, Niere, Herzkreislauf.
00:36:20: Das heißt, von Patientenseite muss wesentlich mehr Informationen geschaffen werden.
00:36:24: Das ist die eine Seite und natürlich die ärztliche Seite.
00:36:27: Die haben wir schon thematisiert.
00:36:30: Ich bin ganz glücklich, dass wir mittlerweile diese elektronische Patientenakte haben, dass wir die EPA haben.
00:36:36: Nicht das scheiterte ja häufig schon dadurch.
00:36:39: dass wir eine Informationsübertragungsmangel hatten.
00:36:41: Das heißt, die Arztbrief war nicht vorliegend, die Laborwerte war nicht vorliegend.
00:36:45: Wenn wir das aber alles schon einsehen können, können wir schneller und besser miteinander denken.
00:36:51: Faktisch im Sekundenbereich kann ich Informationen an den Kollegen weiter senden.
00:36:56: Und das ist für uns schon alleine in den letzten Wochen, wo es vielleicht funktioniert, schon überaus hilfreich.
00:37:04: Das kann ich nur bestätigen.
00:37:06: Als immer mit Kiss keep it simple.
00:37:09: Da muss man sozusagen eben die prokratischen Aufwend reduzieren, um eben genau das Wichtige auch mal sich durchlesen zu können.
00:37:15: bei unseren komplizierten, nicht kompliziertes Falsch, aber in komplexen Patientinnen und Patienten sind so viele Informationen, die man in kürzester Zeit versuchen muss, zu registrieren, zu analysieren und dann auch entsprechende Schlussfolgerungen daraus abzuziehen, dass man dafür auch einen kurzen Moment mal braucht.
00:37:32: Und dafür ist das, was im Moment schon auf dem Weg ist wirklich gut geeignet.
00:37:35: Ich glaube, das ist jetzt wirklich zukunftsfähig und ich sehe da schon optimistisch in die Zukunft.
00:37:40: Ja, erst recht, wenn es so einen Tellerrand bedarf und man die anderen Fachabteilungen noch hinzuziehen möchte und muss.
00:37:47: Ja, ganz herzlichen Dank, Frau Prof.
00:37:49: Dr.
00:37:49: Reibes und Prof.
00:37:51: Dr.
00:37:51: Tollett für ihre Zeit, für ihre Expertise und Einblicke in das Thema und dass sie uns mitgenommen haben und diesen Podcast mit dieser spannenden Folge eröffnet haben.
00:38:01: Vielen herzlichen Dank.
00:38:03: Gerne geschehen.
00:38:04: Gerne.
00:38:05: Und wenn du keine Folge verpassen möchtest von ganz schönen Jire, dann abonniere diesen Podcast überall, wo es Podcast gibt.
00:38:12: Danke fürs Zuhören und bis
00:38:14: zum nächsten Mal.
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